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Auch wenn die Corona-Zahlen in Deutschland zurückgehen: Die Virus-Mutationen machen der Bundesregierung weiter Sorgen. Vor diesem Hintergrund hat Gesundheitsminister Spahn den verlängerten Lockdown und die neuerlichen Grenzkontrollen verteidigt.

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Spahn: "Grenzkontrollen für gewisse Zeit unumgänglich"

Auch wenn die Corona-Zahlen in Deutschland zurückgehen: Die Virus-Mutationen machen der Bundesregierung weiter Sorgen. Vor diesem Hintergrund hat Gesundheitsminister Spahn den verlängerten Lockdown und die neuerlichen Grenzkontrollen verteidigt.

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Von
  • Eva Böck

Eigentlich könnte man von einer Trendumkehr sprechen: Die Corona-Zahlen gehen kontinuierlich zurück. Waren es Mitte Dezember, am bisherigen Höhepunkt, noch weit über 30.000 bestätigte Neuinfektionen binnen 24 Stunden, so sind es mittlerweile weniger als 10.000: ein Rückgang um zwei Drittel also.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Bundespressekonferenz am Vormittag denn auch betont, die Zahlen gingen "ermutigend stark" zurück. Es bestehe eine große Chance, dass die Sieben-Tage-Inzidenz über das Wochenende unter 60 sinkt, so Spahn weiter. Aktuell liegt sie im bundesweiten Durchschnitt bei gut 62.

Spahn warnt vor "Viren-Eintrag" aus Nachbarländern

Trotzdem sei es richtig gewesen, den Lockdown zu verlängern, um den schwer erarbeiteten Erfolg nicht zu gefährden. Spahn betonte, Deutschland müsse sich schützen vor dem Eintrag von Corona-Viren, vor allem aber vor dem Eintrag von Virus-Mutationen. Aus gutem Grund habe man deshalb Tschechien, Tirol und die Slowakei zu "Virus-Varianten-Gebieten" erklärt, denen gegenüber höhere Schutzvorkehrungen gelten, unter anderem strenge Einreise-Beschränkungen und entsprechende Kontrollen an den Grenzen.

"Ich weiß, wie wichtig der Austausch über die Grenze ist, deshalb schmerzt diese Entscheidung besonders, aber sie ist für eine gewisse Zeit unumgänglich." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

In Tschechien etwa habe die Inzidenz in den vergangenen Tagen mancherorts bei über 1.000 gelegen: "Da müssen wir reagieren."

Was die Impfkampagne in Deutschland angeht, äußerte sich der Minister vorsichtig zuversichtlich: Nach heutigem Stand seien bisher 5,7 Millionen Impfdosen ausgeliefert, Ende nächster Woche rechne man mit acht Millionen. Das mache deutlich, dass das Impfen "Zug um Zug an Fahrt gewinnt".

Spahn kündigt Schnelltests für Jedermann an

Ein wichtiger Punkt ist aus Sicht des Gesundheitsministeriums auch weiterhin das Testen. Der Minister kündigte an, dass es bald auch Schnelltests für alle geben werde. Noch sei man aber dabei, sie auf ihre Qualität hin zu kontrollieren.

"Wir haben viele Anträge von Herstellern vorliegen, aber ich finde schon wichtig, dass wir auch die Qualität prüfen." Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister (CDU)

Virologin Ciesek: Schnelltests kurz vor der Zulassung

Zu den Schnelltests hatte sich vorher bereits Sandra Ciesek geäußert, die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Sie erklärte in der Bundespressekonferenz, diese Tests stünden kurz vor der Zulassung. Wichtig sei, dass sie eine "gewisse Qualität haben und eine hohe Spezifität". Sprich: Es dürfen nicht allzu viele falsch negative Testergebnisse herauskommen.

Der Gewinn besteht nach Cieseks Worten darin, dass es mit Hilfe von Schnelltests besser gelingen kann, infizierte Menschen aufzuspüren und damit Infektionsketten zu unterbrechen.

Wieler: "Sind alles in allem auf einem guten Weg"

Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, hat den Rückgang der Corona-Zahlen als ermutigendes Zeichen gewertet. Alles in allem sei man auf einem guten Weg. Und wie gut die Anti-Corona-Maßnahmen wirkten, sehe man auch daran, dass andere Infektionskrankheiten wie Erkältungen, Durchfallerkrankungen oder Masernfälle gerade extrem rückläufig seien.

Einmal mehr warnte Wieler aber auch vor den gefährlicheren Virus-Mutationen. Er gehe natürlich davon aus, dass diese Varianten auch bei uns zunehmen werden, so der RKI-Präsident. Und man müsse verhindern, dass neue, besorgniserregende Mutationen entstehen: "Jede Infektion ist eine zuviel."

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Weil sich in Tschechien und Tirol hochansteckende Corona-Mutanten ausbreiten, werden die deutschen Grenzen zu diesen Nachbar-Regionen ab Sonntag stärker kontrolliert. Das erschwert vor allem Berufspendlern den täglichen Grenzübertritt.

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