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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler informieren zur Corona-Lage. Eines der Themen ist die beschlossene Test-Pflicht für Reiserückkehrer.

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Spahn: Gesundheitssystem könnte im April an seine Grenzen kommen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat davor gewarnt, dass das Gesundheitssystem in Deutschland im April an seine Grenzen kommen könnte. Die Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll ab Dienstagfrüh in Kraft treten.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Claudia Heider

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte auf der Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin bei weiter steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer baldigen Überlastung des deutschen Gesundheitssystems. "Momentan steigen die Zahlen zu schnell und die Virusvarianten machen die Lage besonders gefährlich", sagte er am Freitag in Berlin. "Wenn das ungebremst weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im Laufe des Aprils an seine Belastungsgrenze kommt."

RKI-Chef Wieler: "Uns stehen sehr schwere Wochen bevor"

Auch der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, malte ein düsteres Bild. Es gebe "deutliche Signale", dass die nun begonnene dritte Corona-Welle "noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen", sagte er auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Spahn. Das Land müsse sich darauf einstellen, dass die Zahl der Infizierten stark steige, dass Kliniken überlastet werden und "viele Menschen auch sterben".

Von der Mutante B.1.1.7 seien besonders Berufstätige, aber auch Kinder und Jugendliche betroffen. Ansteckungen gebe es vor allem in privaten Haushalten, aber auch in Kitas, Schulen und am Arbeitsplatz.

Ostern nur Treffen im engsten Familienkreis

Für die Osterzeit empfahl Wieler nur Treffen im engsten Familienkreis - und sonst mit Maske am besten draußen. "Bitte verreisen Sie möglichst nicht, weder im Inland noch ins Ausland." Bisher habe Umsicht eine viel schlimmere Situation verhindern können.

"Wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Und wenn wir nicht sofort gegensteuern, dann werden die Folgen gravierend sein. Da ist sich die Wissenschaft einig", sagte Wieler. Der RKI-Präsident hält einen drastischen Anstieg der Neuinfektionen für möglich. "Klar, das können dann auch 100.000 pro Tag werden", sagte er.

Spahn: "Notbremse konsequent umsetzen"

Bundesgesundheitsminister Spahn forderte die Bevölkerung auf, Kontakte zu reduzieren und die Regeln zur Pandemie-Eindämmung einzuhalten. Er appellierte an die Bundesländer, die vereinbarte Notbremse zur Rücknahme von Öffnungen "konsequent umzusetzen".

Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich zudem "idealerweise nur draußen" treffen. Sowohl Spahn als auch Wieler baten zudem, die Möglichkeit zur Impfung zu nutzen.

Zehn Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

Etwas mehr als 10 Prozent der Menschen in Deutschland haben mindestens die erste Dosis der Corona-Impfung erhalten. Insgesamt seien mehr als 12 Millionen Dosen verabreicht worden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die zweite Dosis haben bereits 4,4 Prozent der Menschen bekommen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts von Freitagmorgen hervorgeht.

Im April werden 15 Millionen Impfdosen erwartet, sagte Spahn. Das seien mehr, als im ganzen ersten Quartal verimpft worden seien. Alle aus der 2. Prioritätsgruppe - unter anderem Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Vorerkrankungen und bestimmte Berufsgruppen - sollten nun in die Impfkampagne einbezogen werden.

Flexibilität beim Impfen gefordert

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte zudem mehr Flexibilität beim Impfen an. So sei es möglich, dass über 70-Jährige etwa an den Wochenenden nicht verimpfte Dosen verabreicht bekämen. "Das gibt die Impfverordnung locker her", sagt Spahn in Berlin. Das könne vor Ort flexibel gehandhabt werden.

Zugleich sagt Spahn, dass eine siebte Dose einer Ampulle von BioNTech/Pfizer grundsätzlich möglich, aber schwierig sei.

Corona-Testpflicht für Einreisende erst ab Dienstagfrüh

Die generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll nun doch erst in der Nacht von Montag zu Dienstag in Kraft treten. Der Starttermin werde noch einmal etwas verschoben, um mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin.

Zunächst war geplant, dass die neuen strengeren Vorgaben in der Nacht zu Sonntag in Kraft treten. Die Folge der neuen Verordnung beschrieb Spahn so: "Wer keinen negativen Test hat, wird nicht mitgenommen."

Wer positiv ist, muss im Reiseland in Quarantäne

Die neue Vorschrift gilt unabhängig von der Corona-Lage in dem Land, aus dem jemand nach Deutschland fliegt. Der Test darf frühestens 48 Stunden vor der Einreise gemacht werden. Die Kosten sollen die Reisenden selbst tragen. Nur bei Vorlage eines Negativtests dürfen die Airlines die Passagiere an Bord lassen - andernfalls droht ein Bußgeld.

Wer positiv ist, muss im Reiseland nach den dort geltenden Vorschriften in Quarantäne. Die Kosten dafür muss er oder sie in der Regel selbst tragen.

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Eigentlich sollten die Testpflicht für Reiserückkehrer bereits ab Montag gelten. Touristen und Fluggesellschaften bekommen einen Tag mehr Zeit, hat Bundesgesundheitsminister Spahn, CDU, mitgeteilt. Zudem machte er klar, wie ernst die Lage ist.

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