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Spahn: Ballermann darf kein zweites Ischgl werden | BR24

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Gesundheitsminister Spahn hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit Coroan gewarnt - vor allem auch im Urlaub.

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Spahn: Ballermann darf kein zweites Ischgl werden

Gesundheitsminister Spahn hat vor Nachlässigkeit im Umgang mit Corona gewarnt - vor allem auch im Urlaub. Er rief eindringlich zum Einhalten der Schutzmaßnahmen auf. Auf Mallorca hatten am Wochenende feiernde Touristen über die Stränge geschlagen.

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Bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, in Berlin rief Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Bevölkerung auf, gerade auch in Urlaubszeiten wachsam zu bleiben und nicht übermütig zu werden. Spahn bat die Bürger, in der Corona-Krise weiterhin Abstand zu halten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und Alltagsmasken zu tragen.

Ballermann darf kein zweites Ischgl werden

Mit Blick auf die Lage auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca, wo am vergangenen Wochenende Hunderte Touristen für Empörung gesorgt hatten, weil sie unter Missachtung der Vorsichtsmaßnahmen gefeiert hatten, äußerte sich Spahn besorgt. "Wir müssen sehr aufpassen, dass der Ballermann nicht ein zweites Ischgl wird", sagte er. Dort, wo miteinander gefeiert werde, sei das Risiko besonders hoch - auch das Rückreiserisiko für alle anderen im Flugzeug und für die Menschen zu Hause. Feiern im österreichischen Skiort Ischgl gelten als einer der Ausgangspunkte für die Verbreitung des Coronavirus auch in Deutschland.

Party auf Mallorca, als gebe es kein Corona

Am vergangenen Wochenende hatten deutsche und britische Touristen beim Feiern in Mallorcas Partyhochburgen sämtliche Corona-Regeln ignoriert. So gut wie niemand trug eine Maske oder hielt den Mindestabstand von anderthalb Metern zu anderen ein.

Frank Winkler, Sprecher des Nachbarschaftsvereins Playa de Palma, sagte dazu: "Ich verstehe diese Art von Touristen nicht, die hierher kommen und einfach so tun, als wäre nie irgendetwas passiert. Es ist einfach verantwortungslos. Und das lässt natürlich die Deutschen auch in einem sehr schlechten Licht darstehen."

Vorwürfe gegen Polizei

Mallorquinische Medien berichten, dass die Lage in der Partynacht völlig außer Kontrolle geraten sei. Außerdem sei in der Nacht von Freitag auf Samstag in den Partyzentren so gut wie keine Polizei zu sehen gewesen. Dem widersprachen inzwischen die Behörden. Am Wochenende seien durchaus Beamte in den entsprechenden Gebieten im Einsatz gewesen. Man habe in 51 Lokalen eingegriffen und 24 Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln festgestellt.

Man wolle die Gesundheit aller schützen, sagt Isabel Castro, Regionalministerin für die öffentliche Verwaltung. Es könne nicht sein, dass einige wenige durch ihr Verhalten die Bevölkerung der Balearen in Gefahr brächten. Ab jetzt gilt auf den Balearischen Inseln eine verschärfte Maskenpflicht im Freien. Ausnahmen sind nur für Strände und Pools vorgesehen.

© BR / Clara Margais

Touristen sitzen dicht beieinander in einem Lokal auf Mallorca.

RKI: Infektionszahlen in Deutschland gut beherrschbar

RKI-Präsident Wieler schätzt die Infektionszahlen in Deutschland indes als gut beherrschbar ein. "Die Zahl der neuen Fälle hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert", so Wieler. "Das ist eine sehr gute Nachricht." Auch die Totenzahl sei sehr niedrig. Allerdings müsse man weiter sehr wachsam sein und die Abstandsregeln einhalten, wie regionale Ausbrüche zeigten.

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