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Jens Spahn

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    Spahn erwartet erste Impfungen noch vor Jahresende

    Einen Tag vor Beginn des bundesweiten Lockdowns hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den baldigen Beginn der Corona-Impfungen angekündigt. Er sei optimistisch, dass die Zulassung am 23. Dezember erfolgen könne. Fix ist das aber noch nicht.

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    • BR24 Redaktion

    Jens Spahn erwartet erste Impfungen noch vor Jahresende. Der Bundesgesundheitsminister sagte dies mit Blick auf einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Auch aus Regierungskreisen wird der 23. Dezember kolportiert. Ziel sei die Zulassung noch vor Weihnachten und Impfbeginn noch vor dem Jahreswechsel, so Spahn. Bestätigt ist dies von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) nicht.

    Keine Notfallzulassung

    "Wir setzen alles daran, dass sobald wie möglich zugelassen wird", sagte Spahn in der Bundespressekonferenz. Zugleich verteidigte er das Vorgehen, keine Notfallzulassung für Impfstoffe vorzusehen, sondern ein reguläres Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Dies sei wichtig für das Vertrauen in Impfstoffe.

    Er betonte, dass der von Bund und Ländern beschlossene Lockdown ab Mittwoch unvermeidbar sei: "Der Shutdown war geboten, lieber jetzt mit Aussicht auf Erfolg als nach Weihnachten mit großen Nebenwirkungen." Die Infektionszahlen seien "weiter viel zu hoch als auch die Todeszahlen, vor allem bei den Hochbetagten."

    Die Balance zwischen Maßnahmen und Entwicklung der Pandemie stimme an Ende des bisherigen Teil-Lockdowns nicht mehr, so Spahn, "wir mussten daher vor Weihnachten das klare Signal setzen: Dieser Jahreswechsel muss anders aussehen."

    Vorgaben konsequent umsetzen

    Es komme nun darauf an, dass die Vorgaben konsequent umgesetzt werden, sagte Spahn, warnte aber auch vor überzogenen Erwartungen an den Lockdown: "Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben." Allerdings gebe es Anlass zur Hoffnung, "es gibt Impfstoffe". Hier werde man aber nichts übereilen: "Wir machen keine Notzulassung, sondern eine ordentliche Zulassung". Dies sei nötig, um Vertrauen zu erhalten und zu gewinnen."

    "Wir haben von Anfang an gesagt, wir machen das europäisch und nicht national. Das wir ist stärker als das ich, das gilt im Kleinen und im Großen." Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister

    Vorbereitungen für Impfungen im Soll

    Er wundere sich "über manche Tonlage" in der aktuellen Diskussion, so Spahn. Es sei falsch, hier die "nationale Karte" zu ziehen. Insgesamt gelte: "Wir wollen eine gründliche und zugleich zügige Impfung". Möglichst noch vor dem Jahreswechsel wolle man mit der Impfung beginnen, "die Rückmeldungen aus den Bundesländern machen mich zuversichtlich, dass das klappt".

    Wieler: "Lage so ernst wie noch nie"

    Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, betonte beim gleichen Pressetermin, wie kritisch die derzeitige Pandemie-Lage sei: "Die Lage ist so ernst wie sie noch nie war in dieser Pandemie. Die Gefahr besteht, dass sie sich weiter verschlimmert." Die Fallzahlen lägen deutlich höher als im November, so Wieler, es gebe immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen: "Diese Entwicklung haben wir befürchtet." Auch die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patienten sei auf einem Höchststand, so Wieler, etwa 22.000 Intensivbetten seien belegt.

    "Kontakte auf das Nötigste einschränken"

    "Im Moment infizieren sich viel zu viele Menschen mit SarsCov2", sagte der RKI-Präsident. Dies sei das Resultat des Verhaltens nur "einiger weniger Menschen", was aber ausreiche, um das medizinische Personal "ans Limit" zu bringen. "Die Neuinfektionen müssen jetzt deutlich sinken, wir haben einen Höchststand an Infizierten", sagte Wieler und appellierte an die Bevölkerung:

    "Schränken wir unsere Kontakte auf das Nötigste ein. Ich werde die Zahl der möglichen Kontakte über Weihnachten ganz sicher nicht ausnutzen. Setzen Sie sie die umfangreichen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes um.“ Lothar Wieler, RKI-Präsident

    Ethikrat: Impfgruppen können parallel versorgt werden

    Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Elena Buyx, betonte, dass bei der Verteilung des vorerst zu knappen Impfstoffes priorisiert werden müsse. Absolute Gerechtigkeit sei dabei nicht erreichbar. Aus Sicht des Ethikrats müsse bei den anstehenden Corona-Impfungen aber nicht gewartet werden, bis die Gruppe mit der höchsten Priorität komplett abgeschlossen ist. Parallel könne es die Impfung auch schon für Gruppen mit anderer Priorität geben.

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