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Spahn besorgt über Anstieg der Corona-Infektionszahlen | BR24

© picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen der Corona-Fallzahlen in Deutschland

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    Spahn besorgt über Anstieg der Corona-Infektionszahlen

    Gesundheitsminister Spahn zeigt sich besorgt über den jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in ganz Europa. Er appelliert an die Einhaltung der Hygiene- und Verhaltensregeln. Immerhin: Das deutsche Gesundheitssystem sei noch nicht überlastet.

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    • BR24 Redaktion

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt über den jüngsten Anstieg der Corona-Infektionszahlen gezeigt. "Aktuell kann unser Gesundheitssystem gut mit der Situation umgehen, aber die Dynamik in ganz Europa besorgt", schrieb Spahn im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Robert-Koch-Institut hatte zuvor fast 2.300 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet - das ist der höchste Wert seit April.

    Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Sabine Dittmar zeigte sich beunruhigt. Sie sei zunehmend besorgt, "dass sich auch in Deutschland wieder mehr ältere Menschen infizieren und dann auch die Hospitalisierungsrate und die Todesfälle wieder zunehmen", erklärte Dittmar. "In Europa und Teilen Deutschlands können wir genau das beobachten."

    Spahn will Verteilung von möglichen Impfstoffen regeln

    Gesundheitsminister Spahn will laut einem Medienbericht die Verteilung künftiger Corona-Impfstoffe in Deutschland bis Ende Oktober regeln. Dazu sollten Ärzte, Ethikexperten und Sozialwissenschaftler Grundsätze erarbeiten, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise. Die Expertengruppe solle neben Mitgliedern der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut auch Forscher der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Mitglieder des deutschen Ethikrates umfassen.

    Begründet werde der Schritt damit, dass die Frage der Verteilung angesichts zunächst knapper Impfdosen nicht nur eine medizinische, sondern auch eine ethische und sozialpolitische Dimension habe, heißt es in dem Bericht. Das Verteilungskonzept soll im Detail erst dann festgelegt werden, wenn ein konkreter Impfstoff zugelassen ist und dessen möglicherweise spezifische Wirkung bei einzelnen Bevölkerungsgruppen bekannt ist.

    Bund will Impfstoff-Entwicklung mit 750 Millionen Euro fördern

    Spahn hatte sich mehrfach dafür ausgesprochen, grundsätzlich zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen zu lassen. Der Bund will die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs durch deutsche Unternehmen mit 750 Millionen Euro fördern. Weltweit befinden sich derzeit neun Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in der dritten und letzten Testphase. In dieser Phase wird das Mittel an tausenden Menschen erprobt.

    Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte, eine notwendige Priorisierung bei der Verteilung des Impfstoffs nicht Beamten, Wissenschaftlern oder Ethik-Experten zu überlassen. "Denn es gilt, für volle Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen", forderte Brysch. Die Leitlinien für die Zuteilung der Impfstoffe müsse deshalb der Bundestag festlegen. Nur die Abgeordneten verfügten über die demokratische Legitimation, externe Gremien könnten allein Empfehlungen erarbeiten.

    Deutsches Gesundheitssystem nicht überlastet

    Das deutsche Gesundheitssystem ist derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch nicht überlastet. Die Lage auf den Intensivstationen ist laut DIVI-Intensivregister nach wie vor recht entspannt. Spahn appellierte erneut an die Bürger, Abstand zu halten, Mund-Nase-Schutz zu tragen und Hygiene-Regeln zu beachten.

    Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hatte in der vergangenen Woche im Interview mit dem "Handelsblatt" erklärt, Deutschland sei derzeit in der Lage, die Pandemie "vergleichbar gut zu managen". Er sagte: "Man muss nicht mehr das ganze Land lahmlegen."

    Nachbarland Frankreich besonders stark betroffen

    Unter Deutschlands Nachbarländern ist derzeit besonders Frankreich stark betroffen. Am Freitagabend meldeten die französischen Gesundheitsbehörden einen neuen Höchstwert von 13.215 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen wie im Frühjahr plant die Bundesregierung momentan aber nicht.

    Mit Material von dpa und afp

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