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Spahn: Anteil britischer Virus-Mutation bei über 20 Prozent | BR24

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Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit

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Spahn: Anteil britischer Virus-Mutation bei über 20 Prozent

Die in Großbritannien entdeckte, wohl deutlich ansteckendere Variante des Coronavirus breitet sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Spahn in Deutschland schnell aus. Sie habe inzwischen einen Anteil von mehr als 22 Prozent, so Spahn.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Anita Fünffinger

Der Anteil der britischen Virus-Variante an den Corona-Infektionen in Deutschland ist rasant angestiegen. Er liegt inzwischen bei über 20 Prozent, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin sagte. Vor zwei Wochen habe er noch bei knapp sechs Prozent gelegen. Der Anteil der britischen Variante verdoppele sich derzeit also jede Woche.

 "Wir müssen damit rechnen, dass die Variante bald auch bei uns die dominierende werden könnte." Jens Spahn

Eine weitere, zunächst in Südafrika aufgetretene Mutation habe in Deutschland einen Anteil von 1,5 Prozent. Das RKI hat laut Spahn 23.000 positive Testergebnisse in einer repräsentativen Stichprobe und weitere Daten ausgewertet.

Verbreitung auch in Bayern

In Bayern ist die Virus-Mutante zuletzt unter anderem in München, in Bayreuth, in Landshut und dem Landkreis Straubing-Bogen aufgetreten.

Noch ist unklar, wie stark die Impfstoffe gegen die Mutanten schützen oder nicht. Aktuell untersuchen mehrere Forschungseinrichtungen - darunter das Bundeswehr-Labor in München - die genauen Eigenschaften der Mutation.

Ab 1. März: Kostenlose Corona-Schnelltests für Jeden

Spahn kündigte zudem an, dass in Deutschland ab 1. März kostenlose Schnelltests für jeden Bürger möglich sein werden. Nur geschultes Personal soll die Tests durchführen.

Es seien deutliche mehr antigene Schnelltests auf dem Markt als noch vor wenigen Wochen, sagte Spahn. Das mache den nächsten Schritt möglich: Jedem, der möchte, könne ab 1. März ein kostenloser Schnelltest angeboten werden.

Ein weiterer Schritt aus der Pandemie

Damit könnten mehr Menschen gewarnt werden, ob sie infiziert seien oder nicht, sagte Spahn. Es sei ein weiterer Schritt für mehr Schutz in der Pandemie. Die aufwendigeren PCR-Tests, die im Labor ausgewertet werden, bleiben nach Spahns Worten aber der "Goldstandard". Jeder, der Symptome habe, solle weiterhin einen PCR-Test beim Arzt machen lassen.

Tests nur in Apotheken, Arztpraxen und Testzentren

Die kostenlosen Schnelltests werden an keine Privatpersonen abgegeben. Spahn will sicherstellen, dass den Nasen- oder Rachenabstrich nur geschultes Personal durchführt - etwa Ärzte oder Apotheker. Jeder Bürger und jede Bürgerin soll sich in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren testen lassen können. Die Antigen-Schnelltests gelten jedoch als nicht so genau wie PCR-Tests. Ein positives Ergebnis eines Schnelltests muss daher per PCR-Test bestätigt werden.

Bund übernimmt die Kosten

Die Finanzierung wird nach Angaben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) der Bund übernehmen. Scholz sagte dem Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn seine volle Unterstützung zu: "Wir werden das auch finanziell wuppen." Nach milliardenschweren Hilfs- und Rettungspaketen sitzt dem Finanzminister die Geldbörse offensichtlich locker. Fast beiläufig schob der SPD-Politiker noch hinterher: "Das können wir uns jetzt auch noch leisten."

Bald auch Laien-Selbsttests für alle

Spahn rechnet damit, dass es schon bald auch bundesweit Laientests für den Hausgebrauch gibt. Das Bundesamt für Arzneimittel muss diese Tests zulassen. Der Bundesgesundheitsminister berichtete, seinem Haus lägen dazu mehrere Anträge vor. Einige Hersteller reichten jedoch nicht die erforderlichen wissenschaftlichen Unterlagen ein. Die Qualität der Tests müsse aber gesichert sein, so Spahn.

Einen Laientest kann dann jeder bei sich selbst oder seinen Angehörigen durchführen. Bei diesen Laientests muss man auf eine Testfläche spucken oder mit einer Flüssigkeit gurgeln. Es gibt auch Laientests, bei denen ein Abstrich vorne in der Nase ausreicht. Aber niemand muss sich bei einem Laientest selbst ein Stäbchen tief in die Nase oder in den Rachen schieben. Die Laientests sollen nach den Worten Spahns dann überall verfügbar sein, also nicht nur in Apotheken, sondern beispielsweise auch beim Discounter.

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