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Soziologe Knaus für Fortführung des Flüchtlingsdeals mit Türkei | BR24

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Das Flüchtlingsabkommen von 2016 belastet die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei. Migrationsexperte Gerald Knaus sieht die aktuelle Situation sehr kritisch und plädiert für eine Fortsetzung des Abkommens, aber zu anderen Konditionen.

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Soziologe Knaus für Fortführung des Flüchtlingsdeals mit Türkei

Das Flüchtlingsabkommen von 2016 belastet die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei. Migrationsexperte Gerald Knaus sieht die aktuelle Situation sehr kritisch und plädiert für eine Fortsetzung des Abkommens, aber zu anderen Konditionen.

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Gerald Knaus, Vorsitzender des Think Tanks "Europäische Stabilitätsinitiative" (ESI), ist einer der "Architekten" des Türkei-Abkommens der EU. Anlässlich des Türkeibesuchs von Bundeskanzlerin Merkel betont der Soziologe in der Bayern 2-radioWelt die "katastrophale" Situation in den Flüchtlingslagern an den griechischen Inseln. Der Migrationsexperte plädiert zwar für eine Fortführung des Deals, die Flüchtlingsfrage müsse aber neu diskutiert werden:

"So wie wir das bisher machen, geht das nicht, wir müssen was Neues schaffen, um die Situation auf den Inseln zu verändern." Soziologe Gerald Knaus

Gerald Knaus erklärt aber auch, dass die aktuelle Einigung mit der Türkei dazu führe, dass 99,5 %, also praktisch alle syrischen Flüchtlinge, in der Türkei blieben. Das sei humanitär und strategisch im deutschen und europäischen Sinne, so Knaus weiter.

Sorge vor weiteren Flüchtlingen in der Türkei

Die Türkei sei von dem dafür gezahlten Geld aus Europa extrem abhängig, erklärte Knaus. Die EU soll ca. sechs Milliarden Euro in vier Jahren zahlen. Die wirkliche Sorge der Türkei sei allerdings nicht, dass das Geld nicht gezahlt werde, sondern dass rund zwei Millionen weitere Flüchtlinge aus Syrien, die jetzt im syrisch-türkischen Grenzgebiet bei Idlib leben, in die Türkei kommen könnten: In dieser Situation stelle sich für Europa die Frage für die EU, ob sie ihre Unterstützung kürzen will, obwohl noch mehr Leute in die Türkei kommen.

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