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Sozialismus-Thesen: Scharfe Kritik an Juso-Chef Kühnert | BR24

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Großunternehmen wie BMW kollektivieren, Immobilien-Eigentum beschränken: Juso-Chef Kühnert steht nach seinen Sozialismus-Thesen unter Beschuss. Verkehrsminister Scheuer etwa spricht von einem "verschrobenen Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten".

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Sozialismus-Thesen: Scharfe Kritik an Juso-Chef Kühnert

Großunternehmen wie BMW kollektivieren, Immobilien-Eigentum beschränken: Juso-Chef Kühnert steht nach seinen Sozialismus-Thesen unter Beschuss. Verkehrsminister Scheuer etwa spricht von einem "verschrobenen Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten".

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Juso-Chef Kevin Kühnert hat für seine Sozialismus-Thesen massive Kritik geerntet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der "Bild"-Zeitung: "Zum Glück haben wir den Sozialismus überwunden, bei dem zwar alle gleich, aber alle gleich arm waren. Die Forderung, Betriebe wie BMW zu kollektivieren, zeigt das rückwärtsgewandte und verschrobene Retro-Weltbild eines verirrten Fantasten. Das kann ich alles gar nicht ernst nehmen."

Kühnert hatte in einem Interview mit der "ZEIT" gesagt, dass große Firmen kollektiviert werden sollten. Er setze auf eine Kollektivierung von Unternehmen wie BMW - "auf demokratischem Wege". Ohne Kollektivierung sei "eine Überwindung des Kapitalismus nicht denkbar".

Kühnert auch für Beschränkung von Immobilien-Eigentum

Außerdem will Kühnert das Eigentum an Immobilien in Deutschland beschränken: "Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt." Noch besser seien genossenschaftliche Lösungen, im Optimalfall gebe es überhaupt keine privaten Vermietungen mehr, sagte der Vorsitzende der SPD-Jugendorganisation.

Kritik von CDU, CSU, FDP und SPD

FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg sagte dazu laut "Bild"-Zeitung: "Die SPD muss dringend ihr Verhältnis zum Eigentum klären, und Herr Kühnert das Godesberger Programm statt Karl Marx lesen. Wir Freien Demokraten werden die Soziale Marktwirtschaft gegen solche sozialistischen Auswüchse verteidigen." Auch CDU-Vize Thomas Strobl wundert sich über die Aussagen Kühnerts: "30 Jahre nach dem Niedergang der DDR wollen die Linken wieder den demokratischen Sozialismus". Erst spreche Grünen-Chef Habeck von Enteignungen, "jetzt kommen diese Stimmen auch aus der SPD und von der kommunistischen Linken sowieso."

Johannes Kahrs (SPD): "Was hat der geraucht?"

CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte den Juso-Chef ebenfalls scharf kritisiert. "Kühnert soll in die Linkspartei eintreten. Mit solchen Leuten ist kein Staat zu machen und kann eine Regierung nicht funktionieren", erklärte er der Deutschen Presse-Agentur. Die systemverändernden Sozialismus-Fantasien des Juso-Vorsitzenden seien ein schwerer Rückfall der SPD in klassenkämpferische Zeiten. "Die SPD-Spitze muss sich deutlich von solchen Hirngespinsten distanzieren." Mit solchen Vorstößen mache sich die SPD lächerlich und verunsichere gleichzeitig diejenigen, die Wohnraum schaffen wollten.

Auch aus der SPD selbst kam deutliche Kritik. "Was für ein grober Unfug. Was hat der geraucht? Legal kann es nicht gewesen sein", twitterte Johannes Kahrs, Sprecher des Seeheimer Kreises der SPD.