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Anhänger der Sozialdemokratischen Partei jubeln während einer Wahlparty.
© dpa-Bildfunk
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Anhänger der Sozialdemokratischen Partei jubeln während einer Wahlparty.

Die oppositionellen Sozialdemokraten haben bei den Parlamentswahlen in Finnland offenbar die Nase vorn. Nach Auszählung von 47,3 Prozent der abgegebenen Stimmen lag die Partei von Antti Rinne am Sonntagabend bei 18,9 Prozent, gefolgt von der konservativen Nationalen Koalition (Kok) mit 16,6 Prozent der Stimmen. Die einwanderungsfeindliche Partei "Die Finnen" und die Zentrumspartei von Regierungschef Juha Sipilä lieferten sich mit jeweils rund 15 Prozent ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei.

Wahlbeteiligung in Finnland wohl bei 72 Prozent

Rund 1,5 Millionen Finnen, etwa ein Drittel der Wahlberechtigten, hatten in den vergangenen Tagen bereits per vorzeitiger Stimmabgabe gewählt. Die Wahlbeteiligung dürfte bei um die 72 Prozent liegen. Der Wahlkampf war geprägt durch die Unzufriedenheit vieler Bürger mit der Sparpolitik der amtierenden Mitte-rechts-Regierung. Diese hatte vor der Wahl 2015 versprochen, die Wirtschaft des Landes mithilfe tiefer Ausgabekürzungen wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Doch Einschnitte in Finnlands hoch geschätztes Bildungssystem sowie strengere Regeln für den Bezug von Arbeitslosenhilfe stießen auf breiten öffentlichen Widerstand.

Sozialdemokraten nach 16 Jahren wieder an der Macht?

"Das erste Mal seit langer, langer Zeit liegen die Sozialdemokraten in Führung", sagte Ex-Finanzminister Rinne am Sonntagabend. Sollte die Partei des 56-jährigen Ex-Gewerkschaftschefs als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen, wird Rinne mit der Regierungsbildung beauftragt. Sollte er eine Koalition schmieden können, wäre es das erste Mal nach 16 Jahren, dass die Sozialdemokraten wieder an die Regierung kämen.

Sipilä erklärte sich zum "größten Verlierer" des Abends. Seine Regierung war im März zurückgetreten, weil sich die Koalition nicht auf ein wichtiges Reformpaket im Sozial- und Gesundheitsbereich einigen konnte. Auf Wunsch von Präsident Sauli Niinistö bleibt die Regierung aber bis zur Ernennung einer Nachfolgeregierung im Amt.

Im Wahlkampf hatten sich "Die Finnen" des ultrarechten Politikers Jussi Halla-aho auf ein angebliches, von Einwanderern ausgehendes Sicherheitsrisiko konzentriert. Die anderen großen Parteien zeigten vor der Wahl große Zurückhaltung gegenüber einer Koalition mit den Rechtspopulisten.

Fünf Wochen nach dem Bruch der Mitte-Rechts-Regierung ist in Finnland am Sonntag wieder gewählt worden.

Fünf Wochen nach dem Bruch der Mitte-Rechts-Regierung ist in Finnland am Sonntag wieder gewählt worden.