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Söder: "Wir haben unseren Biorhythmus mit den Ferien" | BR24

© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Ministerpräsident Markus Söder will, dass Bayern "stabil" bleibt (Symbolbild)

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    Söder: "Wir haben unseren Biorhythmus mit den Ferien"

    Der Streit der Bundesländer um eine mögliche Neuregelung der Termine für die Sommerferien geht weiter. Bayerns Ministerpräsident Söder legte nun nach und verwies auf "unseren Biorhythmus". Berlin sieht darin einen Angriff auf den Föderalismus.

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    In der Diskussion um eine Neuordnung der Termine für die Sommerferien in Deutschland hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim "Bild-Townhall-Talk" in München die Sonderregelung für sein Bundesland verteidigt.

    "Wir haben unseren Biorhythmus mit den Ferien – den wollen wir gern behalten. (...) Wir haben das schon immer so gemacht – das hat sich gut bewährt." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

    Mehrheit auch bei den Bürgern für späte Ferien

    Söder kann darauf setzen, dass die Mehrheit der Bayern das genau so sieht. Das ergab eine repräsentative Civey-Umfrage für BR24. Über alle Altersgruppen hinweg empfanden jeweils mehr als 50 Prozent der Bürger den späten Ferientermin als positiv. Negativ empfand das bei der Umfrage im vergangenen Sommer nur etwa jeder Fünfte.

    Beim Thema Ferien machen sich Berlin und Hamburg dafür stark, dass die Sommerferien künftig zeitlich weniger zwischen den Bundesländern gestreckt werden. Sie sollen dann überall erst ab 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen, damit die jährlichen Verschiebungen zwischen den Ländern möglichst gering ausfallen. Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) kritisierte gestern das "Nein" Bayerns zu einer Neurordnung der Ferienzeiten und wünschte bereits: "Viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen."

    GEW: "Es kann nicht jeder machen, was er will"

    Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern hatte ebenfalls gestern dazu aufgerufen, sich Neuregelungen nicht zu verschließen: "Das ist wie im Klassenraum: Es kann nicht jeder machen, was er will", sagte GEW-Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann.

    Der hessische Bildungsminister und Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Alexander Lorz (CDU) kritisierte die Debatte. Die KMK habe im Oktober einstimmig vereinbart, das Ferienthema von den Fachleuten prüfen zu lassen. "Diese ergebnisoffenen Vorschläge sollen uns dann im Herbst 2020 vorgelegt werden. Daran möchte ich alle Beteiligten nochmals erinnern." Seit Oktober verhandeln die Bundesländer über die Ferienzeiten für die Jahre 2025 bis 2030.

    Ferientermine stehen bis 2024 fest

    Um Staus auf den Autobahnen in Grenzen zu halten und den Hotels eine gleichmäßige Auslastung zu verschaffen, haben sich die Länder bei den Ferien auf ein sogenanntes rollierendes System verständigt. Es teilt die Länder in Gruppen ein, die nacheinander in die Sommerferien starten und sich mit frühem und späterem Ferienbeginn abwechseln. Nur Bayern und Baden-Württemberg beteiligen sich bisher nicht an diesem Wechsel, für sie ist der letzte Sommerferientermin reserviert. Die Ferientermine stehen bisher nur bis 2024 fest.

    Diskussion um Ausstieg aus Nationalem Bildungsrat

    Auch der geplante Ausstieg von Bayern und Baden-Württemberg aus dem Nationalen Bildungsrat sorgt für Diskussionen. Aus Sicht von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) greifen die beiden Länder damit den Föderalismus an. "Wir haben das Ganze schon beim Digitalpakt erlebt, bei den Bund-Länder-Finanzbeziehungen haben wir's erlebt, bei der Grundsteuerdebatte und jetzt wieder", sagte Müller im Deutschlandfunk. Irgendwann müsse man mal über Konsequenzen nachdenken.

    "Es kann nicht sein, dass einige glauben, Föderalismus ist dazu da, dass sie einfach ihre Eigeninteressen durchsetzen können, sondern es ist ein Geben und Nehmen." Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller

    Er sei sauer, so wie alle anderen vermutlich auch. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag den Aufbau des Nationalen Bildungsrates vereinbart. Er sollte aus Experten und Vertretern von Bund und Ländern bestehen, die Empfehlungen zu viel diskutierten Bildungsthemen wie der Vergleichbarkeit des Abiturs aussprechen.