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Söder und AKK: CSU und CDU wieder auf "Du und Du" | BR24

© ARD

Nach Jahren des Streits wollen CDU und CSU wieder enger zusammenrücken. Die neuen Parteichefs versprachen, sich besser abzustimmen. Söder und Kramp-Karrenbauer warben um Geduld: Sie müssten noch an den neuen Aufgaben wachsen.

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Söder und AKK: CSU und CDU wieder auf "Du und Du"

Voriges Jahr standen CDU und CSU "am Abgrund“. Jetzt stehen ihre neuen Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und Markus Söder in der CDU-Zentrale, duzen sich und beschwören eine "neue Phase“ für die streitbaren Schwesterparteien CDU und CSU.

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Wie bitte? So richtig erschließt sich nicht, was Annegret Kramp-Karrenbauer meint. Man sehe ihr und Markus Söder doch an, "dass es ein ausgesprochen gutes und intensives Treffen war".

Woran sollte man das sehen? Die Hausherrin und ihr Gast aus Bayern stehen nebeneinander auf der Bühne im Atrium der CDU-Zentrale, nicken einander freundlich zu. Aber weder haben sie sich untergehakt noch lachen sie einander überschwänglich an.

AKK und Söder duzen sich

Trotzdem scheinen sich AKK und Söder wirklich gut zu verstehen. Nur, man sieht es nicht, man hört es eher. Sie duzen sich. Und Söder beginnt gefühlt jede zweite Antwort mit Wendungen wie "Annegret hat es gerade angesprochen" oder: "Was Annegret sagt, ist genau richtig."

Söders Gegenbesuch in Berlin

So klingt die "neue Phase" der Zusammenarbeit, die die neuen Vorsitzenden versprechen. Zweimal war die neue CDU-Chefin seit ihrer Wahl schon in Bayern, zuerst bei der CSU-Landesgruppe in Seeon, dann beim CSU-Parteitag in München. Nun ist Söder zum Gegenbesuch nach Berlin gekommen.

Immer montags telefonieren die Unionsspitzen

Als Beweis für eine "neue Phase" der Partnerschaft der Schwesterparteien dient ihm die Wiederbelebung der Telefonkonferenzen: Seit Montag schalten sich die Spitzen von CSU und CDU montags wieder zusammen. Unter Angela Merkel und Horst Seehofer war der regelmäßige Austausch vor Jahren eingeschlafen.

Migration: CDU und CSU wollen klären, "was funktioniert"

Außerdem sollen am "Werkstattgespräch" der CDU zur Migrationspolitik auch CSU-Vertreter teilnehmen. Dieses Gespräch hat Kramp-Karrenbauer für Februar angesetzt, um zu klären, "was funktioniert und was nicht funktioniert" in Sachen Abschiebung oder Integration.

Den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will AKK unbedingt dabei haben, "weil das immer ein sehr verlässlicher Partner in der Umsetzung von Fragen der inneren Sicherheit war".

CDU und CSU bewegen sich wieder aufeinander zu

Nach dem Kennenlernen folge nun "der konstruktive Arbeitsmodus miteinander", so beschreibt Söder die aktuelle Lage. CDU und CSU bewegten sich auch inhaltlich aufeinander zu. Die Christdemokraten entdeckten ihre "konservative Seele" wieder, die CSU wiederum stelle sich breiter auf. Was nur heißen kann, dass sie sich thematisch nicht mehr verengt auf die Probleme der Flüchtlingspolitik.

Das Treffen der beiden neuen Vorsitzenden diente der Jahresplanung. Als "ersten großen Lackmustest" sieht Söder die Europawahl. Es gehe "um Europa als Ganzes".

Gemeinsamer EU-Wahlkampf mit Merkel

Einen gemeinsamen Spitzenkandidaten haben CDU und CSU bereits ausgerufen: Manfred Weber. Folgen sollen ein gemeinsames Wahlprogramm sowie gemeinsame Kundgebungen. Wohlgemerkt mit Bundeskanzlerin Merkel, wie Kramp-Karrenbauer ankündigt.

Merkel und Seehofer scheinen Vergangenheit zu sein

Allerdings sagt sie das erst auf Nachfrage. Ansonsten ist von Merkel bei dieser Pressekonferenz fast so wenig die Rede wie vom früheren CSU-Chef Seehofer. Die beiden scheinen für ihre Parteien tatsächlich schon Vergangenheit zu sein.

CSU ist Schwesterpartei der CDU, kein "Landesverband"

Wie lange das für den Streit gilt, ist ungewiss. Schon um der Glaubwürdigkeit willen dürfe man nicht zu sehr auf Harmonie machen, warnt Söder. Und bringt einen Klassiker: Die CSU sei kein Landesverband der CDU. Klar. Die Frage ist, wie lange Söder darauf verzichtet, das zu zeigen.