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Einen schweren "Schlag in das Herz der Union" nannte Bayerns Ministerpräsident Söder die Ergebnisse der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Mit Blick auf die Bundestagswahl kündigte er an, junge CSU-Politiker stärker einzubinden.

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Söder sieht Corona-Krisenmanagement als Grund für Wahlpleiten

CSU-Chef Markus Söder sieht Fehler im Corona-Krisenmanagement als Mitursache für die Wahlpleiten der CDU in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Es habe hier zuletzt einige Lücken gegeben, sagte Söder vor einer Videokonferenz des CSU-Vorstands.

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  • BR24 Redaktion

Die Skepsis der Wähler gegenüber dem Corona-Krisenmanagement sei entscheidend für das schwache Abschneiden der CDU gewesen, erklärte Söder. Als Beispiel nannte er Unzulänglichkeiten bei der Corona-Warn-App, bei der Auszahlung der Wirtschaftshilfen, beim Thema Corona-Tests und im Bereich der Impfungen.

"Schwerer Schlag in das Herz der Union"

"Die Wahlen gestern waren ein schwerer Schlag in das Herz der Union", so Söder. Besonders die Niederlage im ehemaligen CDU-Stammland Baden-Württemberg tue ganz besonders weh. Dabei hätten neben der Corona-Thematik auch Personen sicherlich eine wichtige Rolle gespielt – das sei bei den Landtagswahlen so gewesen, aber "sicherlich dann auch im Bund".

"Weckruf" in der Corona-Krise

Bereits kurz nach den ersten Hochrechnungen hatte CSU-Generalsekretär Markus Blume erklärt, dass aktuelle Probleme in der Corona-Politik auf Bundesebene verantwortlich für das schlechte Abschneiden seien.

Er sprach von einem "Weckruf" für die gesamte Union und der Sorge, dass auch bei der Bundestagswahl am 26. September eine Regierung gegen die Union möglich sei, sollte die Union nicht deutlich zulegen.

Wahl-Nachlese zentrales Thema für CSU-Vorstand

Nach den schmerzhaften Pleiten der CDU bei den ersten Wahlen des Jahres 2021 steht die Sitzung des CSU-Vorstands im Zeichen der Fehleranalyse. Zwar hatte sich bereits in den vergangenen Tagen und Wochen abgezeichnet, dass sich die große Schwesterpartei der Christsozialen auf Stimmenverluste einstellen müsse, dass sie aber so heftig kommen, hatten wohl nur die größten Pessimisten erwartet: In Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz fuhr die CDU historisch schlechte Ergebnisse ein.

Weiteres Thema der digitalen Konferenz ist die Entwicklung in der Corona-Krise, nachdem die Infektionszahlen auch in Bayern wieder deutlich steigen und sich die Prognosen von Experten massiv verschlechtert haben, dürfte Parteichef und Ministerpräsident Markus Söder auch schon seinen Kurs für die kommenden Wochen skizzieren.

Bund-Länder-Gespräche am Mittwoch

Schon am Mittwoch wollen sich Bund und Länder erneut per Videoschalte zusammensetzen, dann soll es unter anderem um die Frage gehen, wann und wie genau Hausärzte bundesweit in die Corona-Impfstrategie eingebunden werden können. Bayern hatte diesen Schritt flächendeckend ab Anfang April bereits angekündigt.

Ministerpräsident Söder will bei den Gesprächen zudem darauf drängen, dass vorhandener Impfstoff vermehrt für Erstimpfungen eingesetzt wird. "Keine Dose darf ungenutzt bleiben", sagt der CSU-Chef mit Blick darauf, dass man bisher Impfdosen für die Zweitimpfung zurückbehalten hat. Es müsse zudem mehr nach Infektionsgeschehen und nicht nach der Impfprioritätenliste geimpft werden. Die EU müsse ihr Zulassungsverfahren beschleunigen - auch für russische oder chinesische Impfstoffe.

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