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Söder rät Union zu späterer Kanzlerkandidatenkür | BR24

© dpa-Bildfunk

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern

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    Söder rät Union zu späterer Kanzlerkandidatenkür

    Drei Kandidaten haben ihren Hut für den CDU-Vorsitz in den Ring geworfen. Und es steht auch noch die Kür des Kanzlerkandidaten für die Union aus. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder warnt vor einer Kanzlerkandidatenkür in der derzeitigen Corona-Krise.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Nach dem Corona-Jahr 2020 steht nach Silvester das Superwahljahr mit -zig Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September an. Für CSU-Chef Markus Söder birgt der fließende Übergang Gefahren für die Union. Er plädiert dafür, dass die Union ihren Kanzlerkandidaten erst nach der Corona-Krise küren sollte.

    Politik sollte sich auf Bekämpfung von Corona konzentrieren

    Gegenüber einem Frühstart vor den Landtagswahlen im März sei er skeptisch, so der CSU-Chef gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Am 14. März stehen in Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen an. "Für die Menschen ist es im Moment unwichtig, ob es im Januar eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur gibt", sagte Söder. Die Politik sollte sich jetzt erstmal auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren.

    "Es wäre mitten in der Pandemie meiner Meinung nach falsch. Erst nach dem Abklingen, beziehungsweise im Frühjahr, wenn wieder Land in Sicht ist, macht es Sinn, diese personelle Entscheidung zu treffen." Markus Söder, Parteivorsitzender der CSU

    Auch aus wahlstrategischen Gründen sei für CDU und CSU in dieser Frage Geduld gefragt, erklärt Söder: "Ich glaube, es kommt nicht darauf an, die schnellste Entscheidung zu treffen, sondern die beste. Und da muss genau überlegt werden: Wer, mit welchem Programm und welcher Strategie am erfolgreichsten sein kann?"

    Söder verwies auf die schlechten Erfahrungen, die etwa die SPD mit dem verfrühten Küren von Kanzlerkandidaten in der Vergangenheit gemacht habe. Hinzu komme, dass auch die Grünen - mutmaßlich der Hauptgegner der Union - versuchen würden, "sich so lange wie möglich um diese Frage zu drücken. Deswegen sollte die Union klug wägen, wann der richtige Zeitpunkt."

    Indirekte Unterstützung durch Armin Laschet?

    Die Ausgangslage habe sich dazu in den vergangenen Monaten nicht verändert, so Söder weiter. "Die CDU hat das natürliche Vorschlagsrecht. Aber entschieden wird nur gemeinsam von CDU und CSU." Söder liegt in Umfragen in dieser Frage vorn, allerdings hat er bisher nie erklärt, dass er auch Ambitionen auf den Posten hat. In einem Interview in der Zeitung "Tagesspiegel" erklärte dazu indirekt Armin Laschet, einer der Kandidaten für den CDU-Vorsitz, dass der Parteichef nicht automatisch Kanzlerkandidat der Union werden müsse.

    Armin Laschet reklamierte dabei nicht offensiv die Kanzlerkandidatur für die CDU, sollte er sich gegen Norbert Röttgen und Friedrich Merz durchsetzen und neuer Vorsitzender werden: "Die CDU sollte als größerer Partner mindestens den Anspruch haben, das Kanzleramt zu besetzen", sagte Laschet lediglich. In der Vergangenheit hatte er betont, dass die Erfolge unter Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Angela Merkel auch auf die Verbindung von Kanzlerschaft und CDU-Parteivorsitz zurückzuführen seien und dass Söder ja für sich betont habe, sein Platz sei in Bayern.

    Bouffier will schnelle Entscheidung

    CDU-Bundesvize Volker Bouffier drückt hinsichtlich der Kandidatenkür dagegen aufs Tempo. Die Entscheidung zum Kanzlerkandidaten gehe nur mit CDU und CSU gemeinsam, sagte der hessische Ministerpräsident der dpa. Der neue CDU-Bundesvorsitzende müsse daher sehr schnell mit CSU-Chef Söder einen Weg finden, wie man zusammenkommt. "Und dann bleibe ich bei meiner Haltung: Es wäre sehr wichtig, dass das dann nicht noch lange rausgezögert wird."

    Aus Söders Sicht dürfte Abwarten auch der CDU entgegenkommen, bei der Schwesterpartei stünde im Januar ja zunächst die Wahl des neuen Parteichefs an: "Die CDU wird nach dieser Entscheidung ein paar Wochen brauchen, um sich wieder zu sammeln und sich hinter dem neuen Parteivorsitzenden zu versammeln. Eines darf man nicht ausblenden: Die Kandidaten stehen auch für unterschiedliche inhaltliche Akzente und verschiedene Koalitionsoptionen der Union."

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