BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Söder: Nur wer Krisen meistert, kann Kanzler | BR24

© BR/Andrea Hermann

Söder: Nur wer Krisen meistert, kann Kanzler

329
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Söder: Nur wer Krisen meistert, kann Kanzler

In der unionsinternen Debatte über die künftige Kanzlerkandidatur hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Wort gemeldet. Er könne sich nur einen Kandidaten vorstellen, der sich in der Corona-Krise bewährt habe.

329
Per Mail sharen
Von
  • Georg Wolf

CSU-Chef Markus Söder kann sich nur einen Kanzlerkandidaten der Union vorstellen, der sich in der Corona-Krise bewährt hat. Wer dabei versage, habe "keinen moralischen Führungsanspruch", sagte der bayerische Ministerpräsident dem Berliner "Tagesspiegel".

"Nur wer Krisen meistert, wer die Pflicht kann, der kann auch bei der Kür glänzen." CSU-Chef Markus Söder

Söder will Beitrag leisten, "dass wir in Deutschland erfolgreich sind"

Zu seinen eigenen Ambitionen auf eine Kandidatur befragt, bekräftigte Söder seine Kommunikationsstrategie: "Mein Platz ist in Bayern. Aber ich will als Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzender meinen Beitrag leisten, dass wir in Deutschland erfolgreich sind." Er fügte hinzu: "Die CDU entscheidet allein, wen sie an ihre Spitze wählt. Aber klar ist: Ohne die CSU kann man nicht Kanzlerkandidat werden."

Die CDU will im Dezember auf einem Parteitag entscheiden, ob Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz oder der Außenpolitiker Norbert Röttgen die CDU führen sollen. Laschet hat anders als Söder in der Corona-Krise einen Lockerungskurs gefahren und ist angesichts der Infektionsausbrüche in seinem Land teilweise in die Kritik geraten. Die Corona-Politik der bayerischen Staatsregierung verzeichnete dagegen zuletzt hohe Zustimmungswerte.

Söders Unions-Programm: Freiheit, Ökologie, Digitalisierung

Die Union müsse sich jetzt für die Zukunft klar aufstellen. "Unsere Aufstellung muss modern sein. Sie muss mit einem liberalen Gesellschaftsbild von Freiheit verbunden sein. Und sie braucht eine nachhaltige Antwort, wie Ökologie und Digitalisierung so zusammengebracht werden, dass unser Land einen Technologie- und Nachhaltigkeitssprung macht und nicht zurückfällt. Gleichzeitig muss sie die Kernkompetenz in der Sicherheit bewahren und neu definieren, wie jetzt in Gesundheitsfragen", erklärte Söder.

Merz glaubt nicht an Söder-Kandidatur

Während Söder und Laschet in der Corona-Krise dauerhaft medial präsent waren, geriet ein anderer Bewerber um den CDU-Vorsitz ein wenig aus dem Fokus: Friedrich Merz. Er trat in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" den Spekulationen über eine mögliche Kanzlerkandidatur von Söder entgegen. "Er hat mehrfach gesagt, dass sein Platz in Bayern ist, wo er ja gerade in der Corona-Krise auch einen klasse Job macht", sagte Merz und fügte hinzu: "Historisch betrachtet war es bisher so, dass die CSU den gemeinsamen Kanzlerkandidaten dann gestellt hat, wenn die CDU mit ihrer eigenen Führung unzufrieden war. Das war 1980 so, das war 2002 so, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das 2021 nicht so sein wird."

© BR

Bisher hat ja CSU-Chef Söder die Frage nach einer Kanzlerkandidatur stets verneint - er sehe seinen Platz in Bayern. Das hat er auch heute nochmal betont. Doch ein weiterer Satz aus dem Interview für den Tagesspiegel lässt aufhorchen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!