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Warum Trump den Bundesstaat Kalifornien hasst | BR24

© ARD/Marcus Schuler

Trump lässt einfach nicht locker: Am liebsten kritisiert der US-Präsident den Bundestaat Kalifornien. Laut Gil Duran, Politik-Redakteur bei der Sacramento Bee, hat das bestimmte Gründe.

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Warum Trump den Bundesstaat Kalifornien hasst

Wenn sich US-Präsident Trump über einen Bundesstaat beklagt, dann hat er meist Kalifornien auf dem Kieker. Am Anfang seiner Präsidentschaft kritisierte er den laxen Umgang des Westküstenstaats mit illegalen Immigranten. Und er lässt nicht locker.

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Donald Trumps Hass auf Kalifornien setzt für die USA in vielerlei Hinsicht Maßstäbe: Vor allem beim Umwelt- und Klimaschutz war der bevölkerungsreichste Bundesstaat bislang Schrittmacher. Es stellt sich mit ehrgeizigen Klimazielen gegen Trumps Kurs und geht teils gar gerichtlich dagegen vor.

Der US-Präsident versucht, dieses Primat den Kaliforniern wegzunehmen. Auch weil ihm der Bundesstaat auf anderen Feldern, wie zum Beispiel bei der Einwanderungspolitik, immer wieder in die Quere kommt.

"Republikaner erzählen Geschichte aus ihrer Perspektive"

Er lässt einfach nicht locker, sagt Gil Duran, Politik-Redakteur bei der Sacramento Bee, der größten Tageszeitung in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento. Jetzt widme Trump seine Aufmerksamkeit dem Thema Obdachlosigkeit und den Waldbränden.

Was immer falsch läuft in Kalifornien, egal, ob es ähnliche Probleme in anderen Bundesstaaten gibt, es wird attackiert, attackiert, attackiert. Und das, obwohl Kalifornien die fünftgrößte Wirtschaft der Welt ist. Führend, wenn es um den Zuwachs an Arbeitsplätzen geht. Mit einem Milliarden Plus im Staatshaushalt. Die Republikaner erzählen die Geschichte aber einzig aus ihrer Perspektive." Gil Duran, Politik-Redakteur bei der Sacramento Bee

Trumps Systemkritik an Kalifornien

Die Kritik an Kalifornien habe System. Trump und seine rechtskonservativen Berater verfolgten eine langfristige Strategie mit ihrer Totalkritik am 40 Millionen Einwohner Staat, sagt Journalist Durant. Denn Kalifornien sei ein Symbol in der Welt und in den USA. Es stehe für die Fortschrittlichkeit der Demokraten.

"Jeder Republikaner hat sich in den vergangenen 20 Jahrzehnten einen Sport daraus gemacht, die Erfolge in Kalifornien kleinzureden", sagt Durant. Und das müssten sie auch, denn es unterstreiche den Erfolg und die Regierungsfähigkeit der Demokraten.

Kein Privileg für Bundesstaat an der Westküste

In der unendlichen Saga "Trump gegen Kalifornien" lautet der jüngste Stand: Sieg für das Trump-Lager. Bislang hatte der liberale Bundesstaat der Autoindustrie Vorgaben bei den Abgasstandards gemacht. Genau dieses Privileg hat Washington der Regierung in Sacramento vor wenigen Wochen entzogen. Der Politik-Redakteur erklärt, Sacramento müsse jetzt auf einmal grundlegende Maßnahmen verteidigen, die eigentlich unzureichend waren.

"Historiker werden später einmal erstaunt feststellen, dass es in den USA eine Partei gab, die sich im Jahr 2020 für die Verschmutzung der Umwelt eingesetzt hat." Gil Duran, Politik-Redakteur bei der Sacramento Bee

"Trump versucht, alle Befugnisse zu beschneiden"

Besonders im Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Xavier Becerra, hat Trump einen erbitterten Gegner gefunden. Becerra hat mittlerweile viele Vorhaben von Trump - zumindest vorübergehend - vor Gericht gestoppt. Es gehe um den Klimawandel, Einwanderung oder Wasser. "Trump versucht, alle Befugnisse zu beschneiden", sagt der Journalist.

Viele Jahrzehnte war Kalifornien konservativ regiert. Die späteren US-Präsidenten Nixon und Reagan kommen aus dem Bundesstaat. Die Stimmung hat sich längst gedreht. Selbst Arnold Schwarzenegger, Hollywood-Schauspieler und Republikaner, und bis 2011 Gouverneur, zeichnete sich für eine liberale Politik verantwortlich.

Gil Durant blickt optimistisch auf die anstehende Präsidentschaftswahl im November - auch wenn es für die Demokratische Partei derzeit nicht gut aussieht.

"Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Wir wollen kein Vasallenstaat Russlands werden, der von einem Verrückten regiert wird, der die ganze Zeit twittert." Gil Duran, Politik-Redakteur bei der Sacramento Bee