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So sprechen Sie intersexuelle Menschen respektvoll an | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Intersexuelle können im Geburtenregister "divers" eintragen lassen.

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    So sprechen Sie intersexuelle Menschen respektvoll an

    Männlich, weiblich – und divers: Vor einem Jahr brachte das Bundeskabinett das Gesetz zum dritten Geschlecht auf den Weg. Damit hat sich auch die Kommunikation im Alltag verändert – aber was ist dabei respektvoll?

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    In Stellenanzeigen waren die Veränderungen schnell zu sehen: Aus dem bekannten "m/w" für "männlich/weiblich", wurde mit dem neuen Gesetz zum dritten Geschlecht ein "m/w/d" – mit "d" für "divers". Was auf dem Papier nur ein Buchstabe ist, bedeutet für intersexuelle Menschen eine tiefgreifende Veränderung. Dank des neuen Gesetzes können sie ihren Eintrag im Geburtenregister in "divers" ändern lassen, wenn sie sich nicht zum weiblichen oder männlichen Geschlecht zugehörig fühlen.

    Passende Anreden: "Sehr geehrte*r" und "Guten Tag"

    Das Gesetz betrifft auch unsere alltägliche Kommunikation. Bislang lag ein "Sehr geehrter Herr..." oder ein "Sehr geehrte Frau…" auf der Hand. Doch nun kann die Frage aufkommen: Wie spreche ich Intersexuelle respektvoll an?

    Der Verein Intersexuelle Menschen macht es allen Ratsuchenden leicht. Er gibt bereits auf seiner Internetseite Tipps für den Kontakt. Allgemeine E-Mails oder Briefe könnten beispielsweise mit "Sehr geehrter Vorstand" begonnen werden. Und: "Bei der Anrede von Einzelpersonen ist 'Sehr geehrte*r Vorname Nachname' geeignet."

    Plural-Anrede schließt alle Geschlechter mit ein

    Statt "Sehr geehrte*r…" schlägt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes auch das sehr ähnliche "Sehr geehrte_r…" vor. Geeignet sei außerdem "Guten Tag Vorname Nachname".

    Wer mit mehreren Personen wie dem erwähnten Vorstand zu tun hat, der hat nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich eine Vielzahl von Optionen: "Teilnehmende", "Interessierte" oder "Anwesende" führt die Antidiskriminierungsstelle hierzu an. Auch die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität schreibt in einem Leitfaden: "In vielen Fällen kann es ratsam sein, den Plural zu verwenden."

    Am leichtesten bleibt aber auch mit dem neuen Gesetz das persönliche Gespräch: Mit einem freundlichen "Wie geht es Ihnen?" dürfte man kaum etwas falsch machen.