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So sollen Fische geschützt werden | BR24

© dpa/picture-alliance

Fliegenfischer in der Loisach

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So sollen Fische geschützt werden

Wenn während des Testbetriebs zu viele Fische verletzt werden, sagt Johannes Schell vom Landesfischereiverband, soll das lang umkämpfte Schachtkraftwerk an der Loisach nachgebessert werden. Von David Globig.

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Schon lange haben Forscher der TU München diesen fischfreundlicheren Kraftwerkstyp entwickelt, doch eingesetzt wurde er bislang noch nicht.

Für Umweltschützer ist ein Wasserkraftwerk an der Loisach ein großes Problem, denn dieser Flussabschnitt ist geschützt. Seltene Fische wie die Mühlkoppe leben hier, für die normale Wasserkraftwerke schnell zur Todesfalle werden können.

Darum möchte die Gemeinde hier ein sogenanntes Schachtkraftwerk bauen.

So funktioniert ein Schachtkraftwerk

Bei einem Schachtkraftwerk fließt das Wasser am Boden in eine kistenförmige Anlage hinab, die eine Turbine antreibt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Wasserkraftwerk verschwindet dabei aber nicht das ganze Wasser des Flusses in der Anlage.

Eine Teil des Wassers fließt oberhalb des Schachtes hindurch, quasi wie bei einem Überlaufbecken, dort können dann auch Fische passieren. Der Fluss muss weder eingedämmt, begradigt, umgeleitet noch aufgestaut werden.

Nachbesserungen im Testbetrieb sind möglich

Jahrelang stritt die Gemeinde mit Umweltschützern und Fischereiverband, nun konnte ein Kompromiss gefunden werden. Im Rahmen des Testbetriebs wurden Schädigungsraten für bestimmte Fische festgelegt.

"Wenn die überschritten werden, dann sind Nachbesserungen erforderlich, die den Fischschutz verbessern." Johannes Schnell, Landesfischereiverband Bayern

Renaturierung der Iller verhindern?

Auch in der Iller bei Dietenheim sollen mehrere Schachtkraftwerke dieses Typs gebaut werden. Der Bund Naturschutz in Bayern findet das problematisch. So werde die Renaturierung des Flusses auf Jahre hinaus verhindert.

Die Firma Fontin & Company, die die Schachtkraftwerke bauen will, sieht mittelfristig keine Alternative zum Wasserkraftwerk in der Iller. Als Gebirgsfluss sei die Iller auch kein Fluss, der ohne Regulierung auskomme, weil er sich sonst immer tiefer grabe.