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So reagieren bayerische Politiker auf die Landtagswahlen | BR24

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Die bayerischen Reaktionen auf die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz reichen von Euphorie bis Frust.

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So reagieren bayerische Politiker auf die Landtagswahlen

Die CSU räumt die Niederlage der Union ein, die meisten anderen bayerischen Parteien finden in den bisher bekannten Wahlergebnissen im Südwesten Grund zum Jubel. Ein erster Überblick über die Reaktionen aus Bayern.

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Von
  • Eva Lell

Für CSU-Generalsekretär Markus Blume gibt es schon in den ersten Reaktionen nichts schönzureden. Er spricht von "Niederlagen für die Union" und einem "Weckruf". Die Verantwortung für die Ergebnisse sind für Blume schnell analysiert: Neben dem Amtsbonus von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sieht der CSU-Generalsekretär "Fehler und Verfehlungen auf Bundesebene". Gemeint ist die Masken-Affäre, in die auch und maßgeblich ein ehemaliger CSU-Bundestagsabgeordneter verwickelt ist.

Zum Artikel: "Wahlanalyse: Sieger, Verlierer und eine Sensation"

Blume: Union muss "reinen Tisch machen"

Deshalb können die Christsozialen die Verantwortung nicht auf die CDU schieben. Blume versucht das auch nicht. Es gehe jetzt darum, "reinen Tisch zu machen". Blume nimmt aber auch die Grünen ins Visier: Nachdem in Baden-Württemberg neben der Fortsetzung von Grün-Schwarz auch eine Ampelkoalition aus Grünen, SPD und FDP möglich ist, verlangt Blume: "Die Grünen müssen klären, ob sie bürgerlich sind oder ob sie in eine andere Richtung gehen."

Erwin Huber fordert baldige Klärung der K-Frage

Auch der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber meldet sich schnell am Abend zu Wort. Im "Münchner Merkur" spricht er von einem "Fehlstart im Wahlmarathon". Er fordert "harte Konsequenzen bei den Affären, eine baldige einvernehmliche Klärung der Kanzlerkandidatur und erkennbar klare Linien in der Sachpolitik statt Zick-Zack" - das sei wichtig für CDU und CSU.

CSU-Chef Markus Söder hat sich zunächst nicht geäußert, möglicherweise nimmt die Debatte um die Kanzlerkandidatur der Union nach diesem Wahlabend Fahrt auf. Söder wird sich spätestens am Montagvormittag vor der virtuellen Sitzung des CSU-Vorstands mit seiner Analyse des Wahlausgangs äußern.

Grüne und FDP: Rückenwind fürs Superwahljahr

Von Rückenwind fürs Superwahljahr sprechen die bayerischen Grünen. "Wir jubeln mit unseren Freund*innen im Nachbarländle zu", schreiben die bayerischen Grünen-Chefs Eva Lettenbauer und Eike Hallitzky in einer ersten Reaktion. Auch bei den Werten der Grünen in Rheinland-Pfalz sprechen die bayerischen Grünen von einem "starken Ergebnis" - auch wenn es dort nur einstellig ist.

FDP fühlt sich bestätigt

Die FDP ist in beiden Bundesländern klar im Landtag vertreten, in Baden-Württemberg wird das Ergebnis zweistellig nach den aktuellen Zahlen. Der bayerische FDP-Vorsitzende Daniel Föst fühlt sich bestätigt: Die FDP wolle nach vorne schauen und "Deutschland wiederbeleben". Diese Themen der Landtagswahlen seien erfolgreich gewesen.

Bayerische SPD gratuliert Malu Dreyer

In der bayerischen SPD freuen sich die Genossinnen und Genossen vor allem über den Wahlsieg von Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz. Per Twitter gratulierten Generalsekretär Uli Grötsch und Fraktionschef Horst Arnold. Grötsch, der auch der bayerische Spitzenkandidat für die Bundestagswahl ist, spricht von einem "Auftakt nach Maß" für das Bundestagswahljahr.

AfD enttäuscht, aber optimistisch

Die bayerische AfD reagiert enttäuscht auf die Ergebnisse im Südwesten. Landesvize Gerd Mannes räumt ein: "Wir haben uns natürlich ein besseres Ergebnis erhofft." Als positiv wertet Mannes, dass mittlerweile 10 Prozent der Wahlberechtigten zu den Stammwählern zu rechnen seien.

Mit Blick auf den Amtsbonus der Regierungschefinnen und Regierungschefs zeigt Mannes sich optimistisch. Er sei überzeugt, dass dieser Bonus bis zu den nächsten Wahlen im September schwinden werde.

Aiwanger spricht von "Sprungbrett nach Berlin"

Sehr lauter Jubel kommt von den Freien Wählern in Bayern wegen des voraussichtlichen Einzugs der Partei ins rheinland-pfälzische Parlament. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger sieht das als Sieg des "gesunden Menschenverstands". Im BR Fernsehen bezeichnete er die Landtagswahlen als "Sprungbrett" für die Freien Wähler nach Berlin. "Unser Erfolg zeigt: Die großen Parteien kriegen es nicht mehr hin."

Aiwanger regiert in Bayern mit und will im September mit den Freien Wählern in den Bundestag einziehen. Der Versuch vor fünf Jahren scheiterte krachend. Mittlerweile sitzen die Freien Wähler auch im Landtag in Brandenburg. Solche Erfolge werten die Freien Wähler als gutes Zeichen.

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Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger im Interview mit dem "Rundschau Magazin"

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