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Der asiatischstämmige US-Tech-Journalist Brian Tong kritisiert auf Twitter Snapchats Selfie-Filter.

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    Snapchat entfernt "Yellowface"-Filter

    Nach massiver Kritik hat Snapchat einen Selfie-Filter entfernt, der Personen asiatische Gesichtszüge verleiht. Erst vor wenigen Monaten hatte die App einen Bob-Marley-Filter wegen "Blackfacing" entfernt. Von Florian Regensburger

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    Ein schmaler Mund, runde Wangen, zu Strichen zusammengezogene Augen - es wirkt wie eine asiatische Karikatur, was dieser Bild-Filter aus Selfies bei Snapchat machte. Offiziell war die technische Spielerei an die populären Anime-Comics aus Japan angelehnt. Kritische User, vor allem bei Twitter, sahen das anders.

    "Idioten. Snapchat-#Yellowface-Linse"

    Der umstrittene Filter wurde nach nur einem Tag wieder aus der App des sozialen Netzwerks Snapchat entfernt. Die Rassismus-Diskussion war damit freilich nicht beendet. "Idiots. Snapchat #yellowface lens. ‚inspired by Anime'" ("Idioten. Snapchat-#Yellowface-Linse. 'Inspiriert von Anime'") twitterte etwa der asiatischstämmige US-Tech-Journalist Brian Tong und brachte damit klar zum Ausdruck, dass er die Huldigung an die Anime-Comics eher als rassistischen Fehltritt erachtet.

    Zumal: Bereits vor vier Monaten sah sich Snapchat in einem ähnlichen Fall großer Kritik ausgesetzt. Damals war ein Bob-Marley-Filter der Stein des Anstoßes, mit dem der "420 Day", eine Art inoffizieller Jahrestag der Cannabis-Konsumenten, gefeiert werden sollte.

    Aus Fehltritt mit "Blackfacing"-Filter nichts gelernt

    Dieser Filter hatte fotografierten Personen lange Rastalocken und eine dunklere Hautfarbe verpasst: für viele ein klarer Fall von "Blackfacing", also der Praxis, dass Menschen mit heller Hautfarbe sich dunkel bemalen, um wie Schwarze auszusehen. Da dies meist zu parodistischen Zwecken geschieht, wird es nicht nur von Betroffenen als rassistische Beleidigung empfunden - so wie nun das "Yellowfacing" mit Snapchats Anime-Filter.