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Ruinen in der antiken Stadt Herculaneum- Skelett-Funde verraten neue Details über den Ausbruch des Vesuv

Skelett-Fund in Herculaneum: Neue Erkenntnisse zu Vesuv-Ausbruch

Bildrechte: pa/dpa/Antonio Balasco
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    Skelett-Fund in Herculaneum: Neue Erkenntnisse zu Vesuv-Ausbruch

    In der antiken Stadt Herculaneum zu Füßen des Vesuv sind Forscher auf das Skelett eines Mannes gestoßen. Er starb beim Ausbruch des Vulkans im Jahr 79. Forscher erhoffen sich nun weitere Erkenntnisse über die letzten Momente der versunkenen Stadt.

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    BR24  RedaktionBR24 Redaktion
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    Sensationsfund in Süditalien: Am Fuße des Vesuv, in der antiken Ruinenstadt Herculaneum sind Forscher auf das Skelett eines ehemaligen Stadtbewohners gestoßen, der beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 n. Chr. umkam. Der Fund verspricht neue Erkenntnisse zu der Naturkatastrophe. Es sei "ein Fund, von dem wir uns sehr viel erwarten", so der Direktor des südlich von Neapel gelegenen Archäologieparks Ercolano, Francesco Sirano, der Nachrichtenagentur Ansa.

    Vulkan-Opfer: auf der Flucht von Aschewolke eingeholt

    Bei den Knochen handelt es sich um die sterblichen Überreste eines 40 bis 45 Jahre alten Mannes. Der Fundort des Skeletts lasse darauf schließen, dass der Mann von einer glühend heißen Aschewolke umgestoßen wurde, während er in Richtung Meer fliehen wollte. Die Knochen wurden an einer Stelle entdeckt, wo zuletzt vor 25 Jahren Ausgrabungen durchgeführt wurden. Die Überreste sind teilweise in einen Lavablock eingeschlossen, der nun für weitere Untersuchungen abtransportiert werden soll.

    Identität des Mannes unklar: Einwohner oder Retter

    Ob es sich um einen Einwohner der antiken Stadt Herculaneum handelt oder um ein Besatzungsmitglied der Flotte des römischen Offiziers Plinius des Älteren, die Überlebende der Naturkatastrophe an Bord nahm, ist indes unklar. In der Vergangenheit hatten Forscher unweit der Fundstelle die Überreste von etwa 300 Opfern des Vulkanausbruchs dort gefunden, wo in antiker Zeit der Strand verlief. Die Menschen warteten dort vermutlich auf Rettung vom Meer aus. Möglicherweise habe der Mann versucht, eines der Rettungsboote zu erreichen. "Vielleicht war er der Nachzügler einer Gruppe, die es noch aufs Meer geschafft hat."

    Das Skelett sei unter verkohlten Holzresten gefunden worden. Ein herabstürzender Balken eines Hauses könnte dem Mann den Schädel zertrümmert haben. Die Archäologen fanden auch Spuren von Stoffen und Metallgegenständen. Es könnte sich dabei den Angaben zufolge um die Überreste von persönlichen Gegenständen des Mannes handeln, etwa einer Tasche, Werkzeugen oder sogar Waffen und Münzen.

    Herculaneum ist wie die unweit gelegene antike Stadt Pompeji im Jahr 79 durch einen Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet worden.

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