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SIPRI-Bericht: Weltweit erneut mehr Waffen verkauft | BR24

© dpa

Zwei Schützenpanzer Puma auf dem Erprobungsgelände des Unternehmens Rheinmetall in der Lüneburger Heide

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    SIPRI-Bericht: Weltweit erneut mehr Waffen verkauft

    Auf der Welt sind wieder mehr Waffen verkauft worden. Das Friedensforschungsinstitut SIPRI meldet den dritten Anstieg in Folge. Die Experten überrascht das allerdings nicht.

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    Die Produktion von Rüstungsgütern weltweit hat sich im vergangenen Jahr noch einmal erhöht. Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI wuchsen die Verkäufe das dritte Jahr in Folge. Viele Länder würden zurzeit ihre Waffensysteme modernisieren, hieß es zur Begründung.

    Demnach verkauften die 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt Waffen und militärische Dienstleistungen im Wert von 398,2 Milliarden US-Dollar (rund 350 Milliarden Euro). Das waren 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. "Die Entwicklung kommt für uns nicht unerwartet", sagte SIPRI-Expertin Aude Fleurant. Die Erneuerung der Waffensysteme "ist seit langem geplant und geht über einen langen Zeitraum."

    USA verkaufen am meisten

    Auch die Spannungen in bestimmten Ländern und Regionen hätten die Nachfrage nach moderneren Systemen steigen lassen, teilte SIPRI mit. Die Forderungen der USA, die europäischen Länder sollten einen größeren Beitrag zum westlichen Militärbündnis NATO leisten, könne aus diesen Daten aber noch nicht abgelesen werden.

    Unter den 100 größten Rüstungsunternehmen sind demnach allein 42 aus den USA. Sie haben nach Angaben der Friedensforscher ihre Verkäufe um zwei Prozent gesteigert und stehen jetzt für 57 Prozent aller weltweiten Waffenverkäufe. "US-Unternehmen profitieren direkt von der anhaltenden Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums nach Waffen", sagte Fleurant.

    Russland löst Großbritannien ab

    Auch in Russland boomt demnach das Waffengeschäft: Die Rüstungskonzerne des Landes steigerten ihre Produktion laut SIPRI um 8,5 Prozent. Mit einem Gesamtanteil von jetzt 9,5 Prozent an den weltweiten Rüstungsgütern habe Russland Großbritannien vom zweiten Platz verdrängt. Konzerne aus China führten die Friedensforscher nicht auf, weil es dazu offenbar keine verlässlichen Daten gibt.

    Die 24 Rüstungskonzerne in Westeuropa steigerten ihre Umsätze um 3,8 Prozent. Sie beherrschen damit knapp ein Viertel des Marktes. Auf der Liste der Top 100 stehen laut SIPRI auch vier deutsche Unternehmen, die ihre Produktion um zehn Prozent erhöhten, darunter Rheinmetall und Thyssen-Krupp. Insgesamt betrug der Anteil Deutschlands am Weltmarkt demnach 2,1 Prozent.