BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Sigmar Gabriel: "Es gibt kein Zurück in die guten alten Zeiten" | BR24

© BR

Sigmar Gabriel, Ex-Außenminister und nun Vorsitzender der "Atlantik-Brücke", hofft auf einen Sieg von Joe Biden. Mit ihm hätte Europa "wenigstens wieder einen Verhandlungspartner". Ein Verhältnis wie in früheren Zeiten werde es aber nicht mehr geben.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Sigmar Gabriel: "Es gibt kein Zurück in die guten alten Zeiten"

Sigmar Gabriel, Ex-Außenminister und nun Vorsitzender der "Atlantik-Brücke", hofft auf einen Sieg von Joe Biden. Mit ihm hätte Europa "wenigstens wieder einen Verhandlungspartner". Ein Verhältnis wie in früheren Zeiten werde es aber nicht mehr geben.

Per Mail sharen
Von
  • Katharina Huebel-Gohr
  • Stefan Kreutzer

In den USA ist das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden noch nicht endgültig entschieden. Insgesamt sind noch sechs Bundestaaten offen, in denen es ein Kopf-an-Kopf-Rennen gibt. Gestern Abend zeigte sich Biden in einer Rede zuversichtlich, am Ende Sieger zu werden. Allerdings will das Wahlkampfteam von Präsident Trump in mehreren Staaten Klagen einreichen.

Wer auch auch immer am Ende Präsident der USA werde, "Amerika wird weit weniger europäisch" und tief gespalten sein, sagte Sigmar Gabriel, Vorsitzender der Atlantik-Brücke im Interview mit der radioWelt am Morgen auf Bayern 2. Mit Biden als neuem Präsidenten hätte Europa allerdings "wenigstens wieder einen Verhandlungspartner".

"Ich glaube schon, dass Joe Biden der nächste Präsident der USA wird. Nur, das Land ist, egal wer Präsident ist, unfassbar tief gespalten und wird deshalb auf mittlere Frist insbesondere als Ordnungsmacht in der Welt ausfallen. Das ist natürlich für uns Europäer ein Riesenproblem, weil wir alleine diese Lücke, die die Amerikaner dort hinterlassen, nicht werden füllen können." Sigmar Gabriel im Bayern 2-Interview

Die Machtachsen der Welt hätte sich längst "vom Atlantik in den Pazifik" verschoben, betonte der frühere Außenminister.

"Amerika wird sich dort auf die technologischen Herausforderungen mit China konzentrieren, Amerika wird weit weniger europäisch, viel mehr pazifisch werden. Und daraus entstehen Konflikte." Sigmar Gabriel

Biden will Kompromisse, Trump nicht

Biden wisse, dass die USA auch im 21. Jahrhundert Partner bräuchten. "Er weiß, dass diese Allianzen nach 1945 der eigentliche Machtmultiplikator der USA waren. Das wird wieder sein Ziel werden", so Gabriel.

"Und das heißt für uns: Wir haben wenigstens wieder einen Verhandlungspartner. Wir haben jemanden, mit dem wir einen Kompromiss schließen können. Das ist mit Trump nicht möglich." Sigmar Gabriel