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Siemens-Chef Joe Kaeser
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Stephan Lina
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Siemens-Chef Joe Kaeser

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr von Finanz-Transaktionen profitiert. So konnten die Münchener ihren Gewinn unter dem Strich auch deshalb leicht auf 6,1 Milliarden Euro steigern, weil ihnen der Verkauf ihrer verbliebenen Osram-Anteile hohe Zusatzerlöse bescherte. Gegenwind kam unter anderem von der Währungsseite, etwa wegen des hohen Dollar-Kurses.

Digitales und Bahntechnik boomen

Im eigentlichen Geschäft gab es wie schon in den Vorjahren Licht und Schatten. Sehr gut lief es vor allem in der Sparte digitale Fabrik, dem rentabelsten Bereich von Siemens. Dort zog der Auftragseingang ebenso deutlich an wie im Segment Bahntechnik. Hier konnte Siemens unter anderem Großaufträge aus Deutschland und Österreich verbuchen. Offen ist, wie schnell und zu welchen Bedingungen die Bahn-Sparte mit der französischen Alstom fusionieren kann. Die EU-Kommission hatte zuletzt wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen den Zusammenschluss geäußert. Ein fusionierter Bahntechnik-Konzern Siemens-Alstom würde in Europa nämlich die Branche klar dominieren, auch wenn er immer noch deutlich kleiner wäre als der chinesische Weltmarktführer.

Kaeser verteidigt Konzernumbau

Deutlich hinterher hinkt nach wie vor das klassische Kraftwerksgeschäft. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres rutschte es in die roten Zahlen. Auch deshalb, weil das dort laufende Sparprogramm samt Stellenabbau zunächst einmal viel Geld kostet. Konzernchef Joe Kaeser verteidigte die Einschnitte noch einmal bei der Bilanzpressekonferenz. Man habe – wie die Konkurrenz - auf die Überkapazitäten und den Preisdruck am Weltmarkt reagieren müssen. Laut Kaeser zahle sich der Umbau allmählich aus. So ist der Auftragseingang in der Kraftwerkssparte zuletzt gestiegen, unter anderem gab es einen Großauftrag aus Ägypten.

Großaufträge aus Ägypten und dem Irak

Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich das Management zuversichtlich. Der Auftragseingang wuchs im abgelaufenen Jahr stärker als der Umsatz. Das bedeutet, dass Siemens über ein prall gefülltes Orderbuch verfügt. Unter anderem hofft der Konzern auf Großaufträge aus dem Mittleren Osten. Dort verhandeln die Münchener seit Monaten über einen Milliardendeal rund um Energietechnik im Irak. Die jüngsten Erfolge in Ägypten wertet Joe Kaeser als Referenz für weitere Aufträge aus der Region.

Dividende steigt erneut

Freuen können sich die Aktionäre. Siemens hebt die seine Dividende das fünfte Jahr in Folge an und will nach der Hauptversammlung 3,80 Euro je Aktie ausschütten. Außerdem will der Konzern in den kommenden Jahren für bis zu 3 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen. Ein Schritt, der in der Regel den Börsenkurs stützt. Dieser fiel – ähnlich wie der DAX – seit dem Jahresbeginn um knapp 10 Prozent.

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Stephan Lina

Sendung

B5 Wirtschaft und Börse vom 08.11.2018 - 09:38 Uhr