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Sieben Tote und 21 Vermisste nach Schiffsunglück auf der Donau | BR24

© dpa-Bildfunk

Nach dem Schiffsunglück: Suche nach Vermissten auf der Donau in Budapest

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Sieben Tote und 21 Vermisste nach Schiffsunglück auf der Donau

Bei einem Zusammenstoß zweier Touristenschiffe auf der Donau sind am späten Mittwochabend in Budapest mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 21 Passagiere werden nach Behördenangaben noch vermisst. An Bord waren 35 Menschen.

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Bei den Toten handelt es sich um südkoreanische Touristen, wie das Außenministerium in Seoul mitteilte. An Bord waren 33 Südkoreaner sowie zwei ungarische Besatzungsmitglieder. Deren Verbleib ist ebenfalls derzeit unklar. Rettungswesten hatte offenbar keiner der Touristen getragen. Das teilte das Außenministerium in Südkorea am Donnerstag unter Berufung auf landeseigene Diplomaten vor Ort in Ungarn mit. Für Touristen auf Donau-Ausflugsbooten sei es "üblich", keine Schwimmwesten zu tragen.

Kollisionsursache unklar

Wie örtliche Medien berichteten, war das 27 Meter lange und für 60 Passagiere ausgelegte Ausflugsschiff am Mittwoch gegen 22 Uhr auf der Donau in Höhe des Budapester Parlaments mit einem anderen Schiff kollidiert und gesunken. Die Gründe des Zusammenstoßes sind noch unklar. Das Schiff wurde Medienberichten zufolge nach mehreren Stunden nahe der Margaretenbrücke gefunden. Der Zugang zur Donau wurde durch die Behörden gesperrt.

Suche nach Vermissten

"Bislang wurden sieben Menschen in einem stabilen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert", sagte ein Sprecher der Rettungskräfte am frühen Donnerstagmorgen. Die Suche nach den Vermissten mit Hilfe von Tauchern werde fortgesetzt. Allerdings gestaltete sich die Suche schwierig. Heftige Regenfälle hatten seit Anfang Mai den Wasserstand der Donau ansteigen lassen. Starke Strömungen erschwerten die Suche erheblich, wie das Internet-Portal "Index.hu" berichtete. Die Wassertemperatur betrug nur 15 Grad.

Südkorea unterstützt Rettungsaktion

Südkoreas Präsident Moon Jae In wies die Behörden an, "alle verfügbaren Ressourcen" für die Rettung bereitzustellen, wie das Präsidentenbüro mitteilte. Das Außenministerium kündigte an, eine "schnelle Einsatzgruppe" mit 18 Beamten und Rettungskräften an den Unglücksort nach Budapest zu schicken.Ungarns Gesundheitsministerin Ildikó Horváth begab sich an die Unglücksstelle, um den Familien der Opfer ihr Beileid auszudrücken.

Der südkoreanische Reiseveranstalter Verygoodtour entschuldigte sich für das Unglück. Das Unternehmen werde alles tun, um den Opfern und deren Familien zu helfen, sagte der Leiter des Kundenservice, Lee Sang Moo, im südkoreanischen Fernsehen. In Südkorea fielen die Aktien des Reiseunternehmens um 6,3 Prozent.

Auch ein sechsjähriges Kind an Bord

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap befanden sich 30 Touristen, die eine Sechs-Länder-Reise nach Osteuropa gebucht hatten, auf dem Ausflugsschiff "Hableany" (Nixe). Dazu kämen noch drei Reisebegleiter sowie zwei Besatzungsmitglieder. Die meisten Reisenden seien 40 bis 50 Jahre alt gewesen. Auch ein sechsjähriges Kind sei an Bord gewesen.

Der Unfall ereignete sich auf einem bei Touristen beliebten Abschnitt der Donau, der einen Blick auf die Stadt und das in der Nacht beleuchtete Parlament bietet.