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"Sie führen uns in die Irre": Greta prangert Regierungen an | BR24

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Es werde eigentlich nichts getan außer "clevere Buchhaltung und kreative PR": Auf der Klimakonferenz in Madrid hat Aktivistin Greta Thunberg Politikern sowie Konzernchefs vorgeworfen, die Öffentlichkeit in puncto Erderwärmung zu täuschen.

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"Sie führen uns in die Irre": Greta prangert Regierungen an

Es werde eigentlich nichts getan außer "clevere Buchhaltung und kreative PR": Auf der Klimakonferenz in Madrid hat Aktivistin Greta Thunberg Politikern sowie Konzernchefs vorgeworfen, die Öffentlichkeit in puncto Erderwärmung zu täuschen.

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Umweltaktivistin Greta Thunberg hat beim Klimagipfel in Madrid zur Eile gemahnt. Die Welt habe keine Zeit mehr, den Klimaschutz auf die lange Bank zu schieben, erklärte die 16-Jährige in ihrer Rede. Zugleich kritisierte sie Regierungen und Unternehmen scharf: Die echte Gefahr sei, wenn Politiker und Konzernchefs es so aussehen ließen, als unternähmen sie tatsächlich Taten, "wenn in Wirklichkeit fast nichts getan wird, außer clevere Buchhaltung und kreative PR".

"Das ist nicht führen, sondern irreführen", sagte Thunberg, und ergänzte mit Blick auf die Erderwärmung: "Jeder Bruchteil eines (Celsius-)Grades zählt."

Greta sieht dennoch Hoffnung

Bei der Konferenz solle es darum gehen, ganzheitliche Lösungen zu finden, mahnte Thunberg. Stattdessen sehe es so aus, als sei der Gipfel zu einer Möglichkeit für Länder geworden, über Schlupflöcher zu verhandeln und zu vermeiden, ihren Ehrgeiz beim Thema Klimaschutz anzukurbeln. Thunberg betonte zugleich, dass es Hoffnung gebe, "aber sie kommt nicht von Regierungen und Konzernen, sondern vom Volk".

Thunberg verzichtet auf große Emotionen 

Die Schwedin zitierte aus wissenschaftlichen Berichten, laut denen eine unkontrollierte Erderwärmung über 1,5 Grad katastrophal für den Planeten wird. Die Versprechen zur Senkung der Emissionen seien nicht genug, Kohlenstoff müsse im Boden bleiben, und die Treibhausgase - verantwortlich für die steigenden Temperaturen - müssten auf Null gesetzt werden.

Thunberg hatte bereits angekündigt, im Gegensatz zu ihrer aufsehenerregenden Rede bei den Vereinten Nationen im September in New York diesmal auf große Emotionen verzichten zu wollen. Vor dem im Kampf gegen die Erderwärmung wichtigen Jahr 2020 wolle sie die Emotionalität aus der Klimadebatte nehmen, "weil die Leute sich sonst nur daran und nicht an die Fakten erinnern".