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Sicherheitskonferenz: Zuckerberg offen für mehr Regulierung | BR24

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Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat der Facebook-Chef erläutert, welche Anstrengungen sein Unternehmen gegen Manipulationsversuche im Netz unternimmt.

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Sicherheitskonferenz: Zuckerberg offen für mehr Regulierung

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist ein gefragter Teilnehmer der Sicherheitskonferenz. Bei seinem Auftritt zeigt er sich offen dafür, sein Netzwerk und die Branche insgesamt mehr Regulierung zu unterwerfen. Kritische Nachfragen bleiben aus.

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war schon vor seinem Auftritt auf der Bühne der Sicherheitskonferenz ein gefragter Mann. Nämlich als Selfie-Partner: Egal, ob der ehemalige SPD-Chef Sigmar Gabriel oder der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj - ein Foto mit dem Facebook-Chef zu twittern, das war verschiedensten männlichen Konferenz-Teilnehmern ein Bedürfnis.

Viel gefragt, aber auch viel kritisiert - das ist Zuckerberg gleichermaßen. Der Leiter der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, machte dessen internationale Verantwortung deutlich:

"Wenn Facebook ein Staat wäre, wäre Mark der Präsident des größten Staates der Welt. Denn Sie haben mehr Nutzer als die größten Staaten der Welt." Wolfgang Ischinger, Sicherheitskonferenz-Leiter

Zuckerberg weist Vorwürfe zurück

Doch wirklich zu greifen bekam Wolfgang Ischinger den Facebook-Chef im anschließenden Interview nicht: Auf die Frage nach der Rolle von Facebook bei politischer Propaganda und der Beeinflussung von Wahlen hatte Zuckerberg viel Zeit, seine Sicht zu präsentieren. Das Netzwerk habe in den vergangenen vier Jahren viel getan und sei inzwischen gut darin, koordinierte Kampagnen und Hass-Botschaften zu stoppen, sagte Zuckerberg.

Es gebe aber zunehmend ein neues Problem: "Eine Sache, die wir feststellen und die uns Sorgen macht, ist, dass es bei Wahlen zunehmend nicht nur Informationskampagnen gibt, die aus dem Ausland koordiniert sind. Es sind zunehmend einheimische Parteien und Akteure, die auch diese Taktik anwenden."

Diese seien aber schwerer zu identifizieren, meinte Zuckerberg. Den Vorwurf, Facebook verzerre die Realität und trage zur Polarisierung von Gesellschaften bei - diesen Vorwurf wies Mark Zuckerberg zurück.

Facebooks Rolle: Zwischen Medium und Plattform

Anders als Zeitungen und klassische Medien könne Facebook auch nicht für die Inhalte der vielen Nutzer verantwortlich gemacht werden. Zuckerberg gab aber gleichzeitig zu, mehr zu sein als nur eine technische Übertragungsplattform: "Es gibt derzeit zwei Modelle für bestehende Unternehmen: Einerseits Zeitungen und andere klassische Medien. Und andererseits Telekommunikations-Anbieter, die einfach Daten übertragen. Einen solchen Anbieter macht niemand für schädliche Inhalte verantwortlich. Ich denke, wir sollten etwas zwischen diesen Modellen sein."

Hartnäckige Nachfragen blieben aus - selbst, als sich Zuckerberg offen dafür zeigte, sein Netzwerk und die Branche insgesamt mehr Regulierung zu unterwerfen - etwa beim Abwägen zwischen Meinungsfreiheit und Sicherheit: "Ich glaube, wir wollen nicht, dass private Unternehmen so viele Entscheidungen darüber treffen, wie gesellschaftliche Aspekte ausbalanciert werden, ohne dass es dazu einen demokratischen Prozess gibt. Deshalb finde ich, dass es dort mehr Regeln durch die Staaten geben sollte."

Mark Zuckerberg für 2021 erneut eingeladen

So groß die Bühne auch war, die Mark Zuckerberg bereitet wurde, hier auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Der Erkenntnisgewinn blieb überschaubar. Trotzdem bekam Zuckerberg die Einladung, im nächsten Jahr wiederzukommen.

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