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Sicherheit bei Reisen: fehlende Handynummer erschwert Hilfe | BR24

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In den meisten Fällen läuft im Urlaub alles glatt. Doch Terroranschläge, Naturkatastrophen oder Streiks können einen Albtraum hervorrufen. Dabei scheitern von Reiseveranstaltern eingeleitete Hilfsmaßnahmen oft an fehlenden Handynummern.

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Sicherheit bei Reisen: fehlende Handynummer erschwert Hilfe

In den meisten Fällen läuft im Urlaub alles glatt. Doch Terroranschläge, Naturkatastrophen oder Streiks können einen Albtraum hervorrufen. Dabei scheitern von Reiseveranstaltern eingeleitete Hilfsmaßnahmen oft an fehlenden Handynummern.

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Im vergangenen Jahr waren Reisende auf der ganzen Welt von 7.000 Vorfällen tangiert – davon mehr als tausend Terroranschlägen, mehr als tausend bewaffnete Konflikte und Unruhen und mehr als tausend Naturkatastrophen. Außerdem gab es viele Streiks im Flugverkehr.

Erfasst wurden die Daten von der Firma A3M. Sie hat ein Krisenfrühwarnsystem entwickelt, das vom Deutschen Reiseverband zum Branchenstandard erklärt wurde. Das Tübinger Unternehmen greift auf rund 500 Quellen zurück. Dazu gehören Nachrichtenagenturen, aber auch Erdbeben-, Wetter- und Aschewolke-Institute. Alle großen Reiseveranstalter hierzulande werden von A3M rund um die Uhr informiert. Sie können so frühzeitig reagieren und die nötigen Hilfen für die Urlauber vor Ort veranlassen.

Vorteil für Pauschalreise

Ein Beispiel dafür ist das Schneechaos in den Alpen Anfang Januar. A3M lieferte hier kontinuierlich Daten, welche Gemeinden besonders vom Schneefall betroffen sind. Welche Zufahrtsstraßen von einer Sperrung bedroht sind. Damit konnten die Veranstalter für ihre Kunden entsprechende Maßnahmen einleiten.

"Wir konnten unseren Gästen sagen, reist doch schon am Freitagabend ab und nicht erst am Samstag, wenn das Warnsystem auf Stufe 'rot' steht." Melanie Gerhard, Krisenmanagerin von DER Touristik

Die Kosten für alle Hilfsmaßnahmen bei einem Krisenfall tragen bei einer Pauschalreise die Veranstalter. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, muss sich selbst kümmern und bezahlen, betont der Deutsche Reiseverband und will damit natürlich Werbung für die Pauschalreise machen.

"Reisebüros geben Handynummern nicht weiter"

Doch auch der beste Schutz bringt nichts, wenn der Urlauber vor Ort nicht erreichbar ist. Das Problem: knapp zwei Drittel der deutschen Kunden geben dem Veranstalter nicht ihre Handy-Nummer.

"Wenn wir Camper haben, die in Australien unterwegs sind und wir ihnen eine SMS senden möchten: Da ist ein Waldbrand, rufen Sie unsere Vertretung im Zielgebiet an! Dann geht das nicht, wenn wir keine Handynummer haben." Gerhard Draxler, Krisenmanager bei FTI

Schuld daran sind laut dem Deutschen Reiseverband insbesondere die Reisebüros. Sie hätten Angst vor der Konkurrenz und gäben die Handynummer deshalb oft nicht weiter an die Veranstalter.