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Senatswahl in Georgia: Erster Sitz geht wohl an Demokraten | BR24

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Bildrechte: dpa

Der demokratische Kandidat Raphael Warnock bei seinem letzten Wahlkampftermin

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    Senatswahl in Georgia: Erster Sitz geht wohl an Demokraten

    Kopf-an-Kopf-Rennen bei der wichtigen Stichwahl im US-Bundesstaat Georgia: Der erste Senatssitz dürfte an den Demokraten Raphael Warnock gehen. Bei der Auszählung des zweiten Sitzes liegt sein Parteifreund Jon Ossoff aktuell minimal vorne.

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    Von
    • Claudia Sarre
    • BR24 Redaktion

    +++Update 11.15 Uhr: Demokrat Warnock wohl Sieger der Wahl - Rennen um zweiten Senatssitz weiter offen+++

    Die US-Demokraten könnten einen der beiden umkämpften Senatssitze in Georgia gewonnen haben. Ihr Kandidat Raphael Warnock setzte sich nach Zählung der Nachrichtenagentur AP und der New York Times als erster farbiger Senator des Bundesstaats gegen die Republikanerin Kelly Loeffler durch. In der zweiten Stichwahl in Georgia liefern sich der Demokrat Jon Ossoff und der Republikaner David Perdue ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

    Das ganze Land schaut auf Georgia

    Die Wolkenkratzer von Atlanta glitzern im grellen Sonnenlicht. Fast scheint es so, als wäre es ein ganz normaler Tag in Georgia. Millionen Bürger waren zur Wahl aufgerufen, um über die Macht im Senat zu entscheiden - und damit über den Erfolg oder Misserfolg der neuen Biden-Regierung.

    Auf einem Bürgersteig vor einem Wahllokal in Buckhead, einer konservativen Gegend außerhalb von Atlanta, stehen Wahlkämpfer, die Schilder hochhalten mit den Namen der republikanischen Kandidaten - Kelly Loeffler und David Purdue. Viele Bewohner hier in Buckhead sind Republikaner - wie die 74-jährige Harriet.

    Angstmache vor "radikalen Sozialisten"

    Harriet ist eine typische Vertreterin der konservativen Wählerschicht Georgias. Älter, reich und weiß. Für die Seniorin mit der schwarzen Maske, der dunklen Sonnenbrille und den gefärbten Haaren sind die Demokraten radikale Sozialisten und Joe Biden die verkehrte Wahl.

    "Ich finde, dass Joe Biden zu alt ist, und er ist krank. Meine Enkelin ist Ärztin und sie denkt auch, dass er an Demenz leidet."

    Dass Präsident Trump den Wahlleiter von Georgia angerufen hat, um ihn zu überzeugen, das Wahlergebnis der Präsidentenwahl noch in letzter Sekunde zu kippen, findet die alte Dame völlig in Ordnung. Auch sie ist überzeugt davon, dass bei der Wahl im November betrogen wurde.

    "Ich habe vor vier Wochen meine Briefwahlunterlagen bestellt und sie nie erhalten. Wahlbetrug gibt es schon seit vielen Jahren!"

    Hohe Wahlbeteiligung

    Trotz aller Betrugsgerüchten zeichnete sich schon am Wahltag in Georgia eine überdurchschnittliche Wahlbeteiligung ab. Demokraten hatten bereits im Vorfeld in hoher Zahl per Brief- und Frühwahl abgestimmt. Der 30-jährige Max und seine Freundin sind optimistisch, dass die Demokraten die beiden Senatssitze gewinnen können.

    "Ich finde allgemeine Gesundheitsversorgung wichtig. Ich will die Umwelt schützen. Ich will gleiche Rechte für alle. Und das kriegen wir nur mit einer demokratischen Mehrheit im Senat hin."

    Harriet, die alte Dame, ist anderer Meinung. Ein schwarzes Mercedes Cabriolet fährt vor. Ihr Mann holt sie am Wahllokal ab. Sie steht weiterhin zu Trump. Auch wenn er und seine Republikaner am Ende die Mehrheit verlieren sollten.

    "Was hat Trump gemacht? Er hat unsere Wirtschaft nach vorne gebracht. Jeder hatte Arbeit. Mit tut es leid, dass er so viel getwittert hat und sich schlecht benommen hat, aber wenigstens war er für die Vereinigten Staaten von Amerika."

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