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Selber scannen, kontaktlos zahlen: Corona verändert den Einkauf | BR24

© picture-alliance / dpa | Frank Rumpenhorst

Eine Kundin scannt ihren Einkauf

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Selber scannen, kontaktlos zahlen: Corona verändert den Einkauf

Einkaufen in Corona-Zeiten - im Supermarkt weiterhin problemlos möglich. Aber: Viele Verbraucher fürchten die Infektionsgefahr. Auch deshalb wird das bargeldlose Zahlen immer beliebter. Selbstscannerkassen boomen, die Märkte feilen an weiteren Ideen.

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Von
  • Regina Wallner
  • B5 aktuell

Geldscheine und Münzen bleiben beim Einkauf immer häufiger in der Tasche. Gezahlt wird vermehrt kontaktlos mit der Karte. Und auch beim Scannen der Ware legen viele Verbraucher in der Pandemie lieber selber Hand an, um die Warteschlangen an den Kassen zu vermeiden. Das zeigt eine nun veröffentlichte Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI.

Demnach wurden 2020 eine Milliarde Einkäufe weniger mit Bargeld bezahlt als im Vorjahr. Insgesamt gingen damit 28 Milliarden Euro Bargeld weniger über die Ladentheken als 2019. EHI-Experte Horst Rüter sagt: Das Jahr 2020 werde als das "wachstumsstärkste Jahr für unbares Bezahlen in Deutschland" seit Beginn der Erhebungen durch das EHI vor gut 25 Jahren in die Aufzeichnungen eingehen.

Fast jeder zweite Einkauf ist bargeldlos

Die Abkehr vom Bargeld findet überall statt: in Supermärkten, aber auch bei Discountern. Aldi-Süd berichtete bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Im Januar wurden über 40 Prozent der Zahlungen mit Karte getätigt. Etwa 60 Prozent davon erfolgten kontaktlos." Auch Aldi Nord meldete, das Zahlen mit der EC-Karte oder dem Handy werde immer beliebter.

"Für viele unserer Kunden ist das bargeldlose Bezahlen komfortabel und hygienisch." Aldi-Süd

Teilweise werde mittlerweile knapp jeder zweite Einkauf bargeldlos bezahlt. Edeka und Rewe berichteten ebenfalls, das bargeldlose Zahlen habe durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub bekommen.

© B5 aktuell

So verändert Corona die Mode: Eine Reportage von Helene Köck, B5 aktuell.

Krisengewinner ist vor allem die Girocard. Die Umsätze mit der Girocard an den Einzelhandelskassen waren 2020 erstmals höher als Barzahlungen, wie das EHI berichtete. Doch auch Kreditkarten werden beim Einkaufen immer beliebter. Bezahlen mit dem Smartphone ist aktuell noch nicht so verbreitet.

Dass nach der Pandemie das Bargeld wieder mehr in Umlauf kommt, ist vermutlich nicht zu erwarten. Bei einer Umfrage der Beratungsgesellschaft EY unter 1.600 Verbrauchern in Deutschland gab gut jeder fünfte Befragte an, sein Zahlungsverhalten während der Pandemie geändert zu haben und dies auch künftig beibehalten zu wollen.

Trend Selber-Scannen

Doch ist das Bezahlen ja nur ein Teil des Einkaufs. Vorher muss die Ware noch ausgesucht und gescannt werden. Und auch beim Scannen geht der Trend zunehmend zum Do-it-yourself-Prinzip, weil viele Verbraucher dies in der Pandemiezeit für hygienischer halten. EHI-Handelsexperte Frank Horst sagt: "Im Lebensmittelhandel boomt das Thema, und auch bei Drogerien nimmt es stetig weiter zu."

Testläufe mit "Scan&Go-App"

Lange Zeit setzte der Handel dabei in erster Linie auf Selbstbedienungskassen am Ausgang, wo der Einkauf vom Verbraucher - wie an der normalen Kasse - Stück für Stück aus dem Einkaufswagen genommen und gescannt werden musste. Doch es gibt auch andere Lösungen: Apps, die es dem Kunden erlauben, die Einkäufe mit dem eigenen Handy zu scannen, wenn er sie in den Einkaufswagen legt. Am Ausgang muss der Kunden dann nur noch den "Jetzt zahlen"-Button auf dem Handy-Screen drücken und den dann erscheinenden QR-Code an einem Terminal am Ausgang einscannen. Oder er kann die Bezahlung sogar komplett über das Smartphone abwickeln.

Zu den Vorreitern dieser Lösung gehören die Supermarktkette Rewe und ihre Discounttochter Penny. Bereits im vergangenen Sommer startete die Rewe-Gruppe Testläufe mit einer "Scan&Go-App" in mehr als 100 Penny-Filialen und 50 Rewe-Märkten. Penny sieht in dem neuen System einen Vorteil für seine Kunden: Sie könnten das eigene Handy nutzen und müssten sich nicht an ein neues Gerät gewöhnen - zum Beispiel an die Scan-Kasse.

Scan per Handy vor allem für Stammkunden interessant

Mittlerweile ist Rewe dabei, das Angebot weiter auszubauen. Die Resonanz der Nutzer übertrifft die Erwartungen, heißt es bei Rewe. Dabei werde Scan&Go besonders häufig von Stammkunden genutzt. Und nicht primär von jungen, technikversierten Menschen, wie das ursprünglich erwartet worden ist. Noch im Frühjahr sollen die Kunden deshalb bereits in 100 Rewe-Märkten ihre Einkäufe mit dem Handy selber scannen können.

Scan&Go: Weitere Lebensmittelhändler ziehen nach

Auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka hat mittlerweile eine Scan&Go-Funktion in die Edeka-App integriert. Die Erfahrungen seien bislang durchweg positiv.

Noch kann das Angebot allerdings nur in wenigen Märkten genutzt werden. Doch kündigte der Händler an, dass weitere Läden schon bald folgen dürften. Die Edeka-Discount-Tochter Netto testet in einzelnen Filialen auch das Bezahlen direkt mit dem Smartphone, so dass der Gang zur Kasse komplett entfällt.

Die Discounter Aldi und Lidl sind bislang beim Thema Self-Scanning zurückhaltender. Doch das muss nicht das letzte Wort sein. Von Lidl heißt es, man sei an innovativen Technologien interessiert, die den Einkauf erleichterten. Und Aldi Nord räumte sogar ein: "Die Einfachheit und Schnelligkeit dieser Technologie macht das Thema Selbstbedienungskassen grundsätzlich spannend für uns."

Mehr Ladendiebstahl durch SB-Kassen?

Aber laden Selbstbedienungskassen nicht geradezu zum Ladendiebstahl ein? Nicht unbedingt, wie eine Umfrage des EHI im Einzelhandel zeigt. "An den Self-Checkout-Stationen oder beim mobilen Self-Scanning beobachten die allermeisten Handelsunternehmen keine erhöhten Diebstähle", sagt EHI-Experte Frank Horst.

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