BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Seenotrettung: Sea-Eye tauft viertes Schiff | BR24

© pa/dpa/Bernd Wüstneck
Bildrechte: pa/dpa/Bernd Wüstneck

Seenotrettung: Sea-Eye tauft viertes Schiff.

2
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Seenotrettung: Sea-Eye tauft viertes Schiff

In diesem Jahr sind etwa 170 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben, so die Vereinten Nationen. Das wollen die Seenotretter von Sea-Eye aus Regensburg verhindern. Jetzt bringen sie ihr viertes und größtes Schiff an den Start. Heute wurde es getauft.

2
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Redaktion

Die Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye hat am Sonntag in Rostock ihr viertes Schiff getauft. Die "Sea-Eye 4" soll nach Angaben der Initiatoren im Frühjahr ihren Einsatz im Mittelmeer starten. Auf der Reise nach Spanien soll es auch ein katholischer Bischof im Ruhestand begleiten. Die "Sea-Eye 4" ist den Angaben zufolge das bisher größte Schiff, das die Organisation in den Rettungseinsatz entsendet.

Finanziert wurde das neue Schiff größtenteils von dem Bündnis "United4Rescue", an dem auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) beteiligt ist. Die Kosten für Anschaffung, Umbau und Überführung liegen bei etwa einer Million Euro.

Taufpate ist Flüchtling aus Sierra Leone

Als Taufpate agierte der inzwischen 19-jährige Alpha Jor Barry. Den Angaben zufolge wurde der junge Mann aus Sierra Leone, der seit mehr als einem Jahr in Slowenien lebe, Ende 2018 durch die "Alan Kurdi" im Mittelmeer gerettet. Mit 16 weiteren Personen war er mit einem kleinen Fischerboot aus dem Bürgerkriegsland Libyen geflohen, als ein Sturm aufkam, sagte Barry. "Wenn die 'Alan Kurdi' mich damals nicht gefunden hätte, wäre ich nicht mehr am Leben."

Das frisch getaufte Schiff ist knapp 50 Jahre alt und 55 Meter lang. Bisher hat es Baumaterialien auf der Ostsee transportiert. Mehrere Dutzend Freiwillige arbeiten seit Oktober 2020 daran, das Rettungsschiff herzurichten. Heimathafen soll Regensburg werden, wo der Verein seinen Sitz hat.

Claudia Roth dankt Seenotrettern

Die Grünen-Politikerin und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth sagte laut Mitteilung, die Schiffstaufe sei ein wichtiges Zeichen für Solidarität, Humanität und das praktische Eintreten für Menschenrechte. Da, wo die europäischen Regierungen ihrer Verantwortung nicht nachkämen, seien es die zivilen Seenotretterinnen und Seenotretter, die die Grundwerte der Europäischen Union und die Menschenrechte hochhielten, erklärte sie. Roth ist selbst Mitglied von Sea-Eye. Sie dankte "den vielen Engagierten auf See, die sich jeden Tag mutig und unbeirrt dafür einsetzen, Menschenleben zu retten", und zollte ihnen "höchsten Respekt".

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR
Bildrechte: BR

Während der Corona-Pandemie stehen die Flüchtling an den EU-Außengrenzen vor noch mehr Herausforderungen und benötigen Hilfe.