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Seenotrettung: Keine Geldstrafe für "Lifeline"-Kapitän Reisch | BR24

© dpa/pa, Jonathan Borg

Seenotrettungsschiff "Lifeline"

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Seenotrettung: Keine Geldstrafe für "Lifeline"-Kapitän Reisch

Der aus Landsberg stammende Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs "Lifeline" muss keine Geldstrafe zahlen. Claus-Peter Reisch hat den Berufungsprozess in Malta gewonnen. Reisch war eine falsche Registrierung der "Lifeline" vorgeworfen worden.

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Im Mai war der Kapitän des Seenotrettungsschiffs "Lifeline", Claus-Peter Reisch, zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden, dagegen ging er in Berufung. Gegen ihn war nach einer Rettungsaktion 2018 in Malta Anklage erhoben worden. Zuvor hatte er mit seiner Crew 234 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.

Berufungsprozess gewonnen

Tagelang mussten die Crew der Lifeline und die Flüchtlinge auf hoher See ausharren und bekamen keine Erlaubnis, in einen Hafen einzufahren. Schließlich durfte die Mannschaft im maltesischen Valetta anlegen. Reisch wurde anschließend kurzzeitig festgenommen, die maltesischen Behörden beschlagnahmten das Schiff. Das Gericht warf dem Kapitän vor, dass die "Lifeline", die unter niederländischer Flagge fuhr, nicht ordnungsgemäß registriert worden sei.

Im Berufungsprozess sahen es die Richter nicht als erwiesen an, dass der Kapitän der "Lifeline" in "krimineller Absicht" in maltesische Gewässer eingelaufen war.

Große Erleichterung

Von dem Ausgang des Berufungsverfahrens zeigte sich Reisch überrascht und vor allem glücklich. Auch bei der Hilfsorganisation "Mission Lifeline" mit Sitz in Dresden löste das Urteil Freude aus. "Wir sind erleichtert, die lange Zeit des Wartens ist vorbei", sagte der Sprecher der Organisation, Axel Steier. Für die Seenotrettung sei der Freispruch "ein wichtiges Signal". Nach dem Urteil in Malta rechnen die Dresdner Seenotretter mit einer Freigabe der "Lifeline". Laut Steier will der Verein das Schiff verkaufen oder verschrotten.

Reisch stammt aus Landsberg am Lech. Er besitzt selbst ein eigenes Rettungsschiff, die "Eleonore". Mit diesem war er letztes Jahr unerlaubt mit Migranten an Bord in italienische Gewässer gefahren. Das Schiff wurde ebenfalls beschlagnahmt. Nach Angaben von "Mission Lifeline" ist Reisch mittlerweile nicht mehr für die Organisation im Einsatz. Es sei dessen persönliche Entscheidung gewesen und habe sich schon im Herbst abgezeichnet.

© BR

Lifeline-Kapitän Reisch in Malta freigesprochen