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Horst Seehofer: zehn Jahre CSU-Chef
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BR24 Redaktion
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Horst Seehofer: zehn Jahre CSU-Chef

Horst Seehofer zieht in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" (WamS) Bilanz über seine Zeit als Parteichef der CSU. Der Bundesinnenminister nennt darin auch seinen größten politischen Fehler. Dieser sei ihm nach seiner erneuten Wahl zum Ministerpräsidenten im Jahr 2013 unterlaufen. Damals hatte er angekündigt, bei der nächsten Wahl - also 2018 - nicht mehr zu kandidieren.

Seehofer: "Personaldebatten lähmen inhaltliche Arbeit"

Der "WamS" sagte der 69-Jährige, seine damalige Ankündigung habe zu pausenlosen Personaldiskussionen geführt. "Das lähmte die inhaltliche Arbeit." Seehofer hatte nach der für die CSU sehr enttäuschenden Landtagswahl 2008 den CSU-Vorsitz von Erwin Huber übernommen, als Ministerpräsident folgte er auf Günther Beckstein.

2013 wurde Seehofer als Regierungschef bestätigt. Vorausgegangen war eine Wahl, bei der die CSU die absolute Mehrheit in Bayern zurückeroberte. Ein Erfolg, den Seehofer im WamS-Interview nun als "triumphal" bezeichnet. Und nach der er eben seinen Rücktritt in Aussicht gestellt hatte.

Er habe den personellen Übergang anders gestalten wollen und sei eines Besseren belehrt worden, analysiert Seehofer nun. Denn man dürfe "als Politiker nicht ankündigen, dass man aufhören will". Tatsächlich hatte Seehofer diesbezüglich mehrfach seine Meinung geändert. Dem "Spiegel" sagte er im Oktober 2014, dass er zwar für einen Generationenwechsel einstehe, notfalls aber auch wisse, was zu tun sei, "wenn kein ordentlicher Übergang gewährleistet wäre". Seehofer fügte damals hinzu: "War das deutlich genug?" - um nur wenige Monate später in der "Welt" eine erneute Kandidatur vehement auszuschließen.

Offiziell verkündete er seinen Rücktritt als CSU-Chef dann im vergangenen Herbst, beim CSU-Sonderparteitag am kommenden Wochenende in München dürfte der jetzige Ministerpräsident Markus Söder zum neuen Parteivorsitzenden gewählt werden.

"Uneingeschränkte Liebe" für die CSU

Sein Verhältnis zur CSU bezeichnete Seehofer als "uneingeschränkte Liebe". Bestimmt werde dieses Verhältnis von der Verantwortung für die Gemeinschaft "wie bei einem Familienoberhaupt". Als er das Amt übernommen habe, sei die Partei am Boden gewesen und er "als Retter in der Not" aus Berlin geholt worden. Man bräuchte "eine Art politisches Helfersyndrom, um diese Herkulesaufgabe zu übernehmen".