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Seehofer am Sonntags-Stammtisch: "Groko wird gut weiterarbeiten" | BR24

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Bundesinnenminister Horst Seehofer war Gast beim BR-Sonntagsstammtisch. Und nahm Stellung zur GroKo wie auch zum Thema Kanzlerkandidat bei der Union.

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Seehofer am Sonntags-Stammtisch: "Groko wird gut weiterarbeiten"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht die Große Koalition nicht gefährdet. Am Sonntags-Stammtisch sagte er, man könne über gewisse Dinge im Koalitionsvertrag sprechen. Auch zur Kanzler-Frage in der Union äußerte er sich.

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Nach dem SPD-Parteitag mit Wahl der neuen Vorsitzenden steht für Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) fest, dass die Große Koalition in Berlin bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 weiter regieren wird. "Ich sage Ihnen voraus, die Groko wird gut weiterarbeiten", so Seehofer am Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen. Die Regierung mache eine gute Arbeit, "auch mit dem SPD-Teil". Auf Wünsche der SPD zur Änderung einiger Punkte im Koalitionsvertrages könne man eingehen.

"Es ist völlig selbstverständlich, wenn ein Koalitionspartner Wünsche hat, dass man über bestimmte Themen spricht. Dass man miteinander spricht. Das steht übrigens im Koalitionsvertrag in der letzten Zeile." Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hingegen meinte, dass der Fortbestand der Koalition aus Union und SPD keinesfalls geklärt sei. "Man sieht doch, dass nach wie vor diese Frage unentschieden ist: Was wollen wir jetzt eigentlich, wie weit soll uns die Union entgegenkommen", so Münch. "Ich befürchte, dass sich das noch lange so hinzieht."

Neuer SPD-Spitze 100 Tage Zeit geben

Seehofer entgegnete, Sätze wie "Nikolaus - Groko-Aus" von Kevin Kühnert seien "meilenweit von der Realität entfernt". Der Juso-Chef und neue SPD-Vizevorsitzende müsse sich nun "an der Praxis messen lassen". Der Maßstab für die Bevölkerung sei, wer tatsächlich etwas bewirke und nicht nur Äußerungen auf Social Media, so Seehofer. Den frisch gewählten SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans müsse man eine Chance geben: "Die berühmten 100 Tage, um sich in der Praxis zu bewähren."

Danach schmunzelte er jedoch auch, als Stammtisch-Gast Harald Schmidt süffisant anmerkte: "Die muss man natürlich schaffen in dem Amt." Der Entertainer lockerte die Stimmung im "Brunnerwirt" auf, indem er über das neue Führungs-Duo witzelte. "Esken ist für mich ein Geschenk des Himmels", sagte er. "Die ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Landes-Elternbeirats" sei sozusagen "die Stressmarie auf dem Schulhof".

AKK sei "klug und clever", Söder "ein anderer Markus"

Auch zur Personaldiskussion innerhalb der Union äußerte sich Seehofer am Sonntags-Stammtisch. Nun sei nicht der richtige Moment für die Kanzler-Frage. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sei "mutig" und spiele eine "sehr kluge und clevere Rolle" in der Politik. Auch an der Arbeit von CSU-Parteichef Markus Söder sei "nichts zu kritisieren", so Seehofer. Söder sei sich seiner Verantwortung bewusst und "ein anderer Markus Söder über viele Jahre in der Vergangenheit".

"Ich bin mit der Lage der Union noch nicht zufrieden, aber relativ stehen wir gut da. Der Markus Söder macht in Bayern eine gute Arbeit. Die AKK, das hat man auf dem CDU-Parteitag gesehen, hat mit einem einzigen Schachzug die ganze männliche Gegnerschaft matt gesetzt." Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)

Der "ruhende Pol über allem" sei Angela Merkel. Durch "gute, ruhige Arbeit" werde die Union bei der nächsten Wahl mehr als 30 Prozent holen, prognostizierte Seehofer.

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Horst Seehofer zu Gast beim BR-Sonntagsstammtisch und die Frage, wer denn Kanzler könnte in der Union in der Zeit nach Angela merkel.

Ärger der Woche: Attacke in Augsburg

Wie jeden Sonntag wurden die Stammtisch-Gäste in der Rubrik "Freude und Ärger der Woche" die Themen los, die sie am meisten bewegt oder überrascht haben. Als seinen Ärger nannte Horst Seehofer dabei die tödliche Attacke in Augsburg.

"Was mich wirklich aufgewühlt hat, ist, dass in Augsburg ein friedfertiger Bürger totgeschlagen wurde, schlichtweg totgeschlagen wurde. So etwas wühlt mich auf." Bundesinnenminister Horst Seehofer
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Zwei Tage nach einer tötlichen Attacke von Jugendlichen auf einen Mann in Augsburg hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer bestürzt geäußert. "So etwas wühlt mich auf", sagte er beim Sonntagsstammtisch im BR Fernsehen.

Erleichterung über glimpflich verlaufenden Hubschrauber-Flug

Die Freude der Woche sei für ihn gewesen, dass ein Hubschrauber-Flug glimpflich endete. Der Minister erzählte, dass er nach einem Termin beim Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt am Samstag wieder zurück nach Bayern fliegen wollte. Doch der Pilot drehte um. "Der Grund war, dass sich Späne im Haupttriebwerk gebildet hatten", so Seehofer. "Wenn Sie dann wieder auf dem Boden stehen, werden Sie verstehen, dass das die Freude dieser Woche war."

Die Live-Sendung wurde von Hans Werner Kilz moderiert, neben Horst Seehofer und Harald Schmidt waren auch die beiden Stammgäste Politikwissenschaftlerin Ursula Münch und Verkehrswissenschaftler Klaus Bogenberger dabei.