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Sebastian Kurz im Interview: "Wir müssen mit dem Virus leben" | BR24

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Aufgrund einer umfangreichen Teststrategie stiegen die Corona-Zahlen nach den Lockerungen in Österreich nun "kontrolliert", sagt Kanzler Kurz in einem "ARD extra". Ein Dauerlockdown sei keine Alternative, "wir müssen mit dem Virus leben".

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Sebastian Kurz im Interview: "Wir müssen mit dem Virus leben"

Aufgrund einer umfangreichen Teststrategie stiegen die Corona-Zahlen nach den Lockerungen in Österreich nun "kontrolliert", sagt Kanzler Kurz in einem "ARD extra". Ein Dauerlockdown sei keine Alternative, "wir müssen mit dem Virus leben".

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Von
  • Antje Dörfner

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat die Lockerungen nach dem Corona-Lockdown in seinem Land verteidigt. Im BR-Interview für die Sendung "ARD extra" sagte Kurz, Österreich habe sich nach einem sechswöchigen Lockdown entschieden, behutsam wieder zu öffnen - und zwar in dem Bewusstsein, dass mit jeder Öffnung die Ansteckungszahlen auch wieder etwas steigen würden. Genau das sei nun eingetreten.

Kurz verwies auf die parallel eingeführte Teststrategie. Die Tests seien dafür verantwortlich, dass die Zahlen trotz Mutationen zwar angestiegen, aber nicht explodiert seien. Pro Woche werden nach Kurz' Angaben in Österreich zweieinhalb Millionen Menschen getestet.

Kurz: Mit Tests gute Erfahrungen gemacht

Die Tests seien zwar kein "Allheilmittel", so der österreichische Bundeskanzler, aber sie seien ein wesentlicher Bestandteil, wenn man wieder mehr Freiheit erleben wolle: "Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht", so Kurz wörtlich. So würden alle Schülerinnen und Schüler getestet, was eine Öffnung der Schulen ermöglicht habe. Die Bevölkerung habe auch die Möglichkeit, sich mit sogenannten "Wohnzimmertests" selbst zuhause zu testen. Diese Tests können gratis in Apotheken abgeholt werden. Außerdem setzt Österreich auf sogenannte "Eintrittstests", wenn jemand einen körpernahen Dienstleister wie etwa einen Friseur aufsuchen wolle: "Ich glaube, in der Entscheidung, alles geschlossen zu halten, alles aufsperren oder vorsichtig aufsperren mit Tests, ist aus meiner Sicht dieser dritte Weg der sinnvollste", so Kurz. "Die Pandemie können wir alle nicht wegzaubern, wir müssen mit dem Virus leben."

Die Pandemie bedeutet für den österreichischen Bundeskanzler ein "Abwiegen", wie man die Gesundheit der Menschen aber auch ein Maximum an Freiheit und wirtschafts- und bildungspolitische Fragen miteinander in Einklang bringen könne. In einem Dauerlockdown seien zwar die Infektionszahlen niedrig. Aber der wirtschaftliche Schaden sei groß, genauso wie die psychische Belastung der Bevölkerung. Jedes Land versuche, da einen möglichst guten Weg zu finden: "Wir eben mit Öffnungen seit Anfang März, mit seither erwartbar steigenden Zahlen. Aber noch in einer kontrollierbaren Art und Weise."

Impfen als Weg Richtung Normalität

Das Impfen ist für Sebastian Kurz "der einzige Weg in Richtung Normalität". Kurz zeigte sich optimistisch, dass bis zum Sommer eine so hohe Durchimpfungsrate in Europa erreicht werden könne, dass man wieder zu einer Normalität zurückkehren könne. Kurz lobte in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Kurz verteidigte zudem die Zusammenarbeit mit Dänemark und Israel. Neben der Arbeit in der Europäischen Union sei es für Österreich wichtig, darüber hinaus Kooperationen einzugehen, um in der Forschung noch enger zusammenzuarbeiten.

Die Mutationen würden noch jahrelang ein wichtiges Thema sein, so Kurz' Einschätzung. Deshalb werde auch in den kommenden Jahren noch viel Impfstoff gebraucht, da die Impfstoffe immer wieder angepasst und neu produziert werden müssten. Dabei sei es vorteilhaft, wenn möglichst viele europäische Länder in Produktion und Erforschung eingebunden seien, um möglichst unabhängig von den USA, von China und anderen Teilen der Welt agieren zu können.

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