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Sea-Watch: Migranten von Bord, Kapitänin festgenommen | BR24

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Die Irrfahrt des Rettungsschiffs "Sea Watch 3" ist beendet. Die italienischen Behörden ließen die etwa 40 Migranten auf der Insel Lampedusa an Land gehen. Die deutsche Kapitänin wurde festgenommen.

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Sea-Watch: Migranten von Bord, Kapitänin festgenommen

Am frühen Morgen kam die erlösende Nachricht für die verbliebenden 40 Migranten an Bord der "Sea-Watch 3". Nach über zwei Wochen durften sie das Rettungsschiff in Lampedusa bei Sonnenaufgang verlassen. Die deutsche Kapitänin wurde festgenommen.

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In den Stunden davor hatte der Krimi um das Rettungsschiff seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Trotz des Verbots der italienischen Behörden, die kleine Mittelmeer-Insel anzulaufen, hatte sich die vor Lampedusa liegende Sea-Watch um 1.15 Uhr in Bewegung gesetzt. 45 Minuten später lag das Schiff im Hafen.

Sea-Watch fährt trotz Verbot in Hafen

Die italienischen Sicherheitskräfte wurden von dem Manöver offenbar überrascht. Erst im letzten Moment versuchte ein kleines Boot der Finanzpolizei, das Festmachen des Bootes zu verhindern. Eine Stunde später wurde der deutschen Kapitänin genau das zum Vorwurf gemacht. Carola Rackete habe einem Kriegsschiff Widerstand geleistet und damit gegen die Schifffahrtsordnung verstoßen, hieß es.

Rackete drohen drei bis zehn Jahre Gefängnis

Sollte dies wirklich zutreffen, müsste die 31-Jährige mit einer Gefängnisstrafe zwischen drei und zehn Jahren rechnen. Darüber hinaus wird der Kapitänin unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen.

Nach Angaben von Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer wurde das Schiff beschlagnahmt. Die "Sea-Watch 3" ist das dritte Schiff in Diensten der deutschen Rettungsorganisation und fährt unter niederländischer Flagge.

Salvini verlangt Garantien von europäischen Staaten

Gestern hatte der italienische Außenminister mitgeteilt, mehrere europäische Staaten, darunter auch Deutschland, seien bereit, die Migranten von Bord der Sea-Watch aufzunehmen – zunächst ohne konkrete Folgen.

Italiens Innenminister Salvini verlangte entsprechende Garantien. Ohne diese dürften die Migranten nicht von Bord gehen. Angesichts der sich zuspitzenden Situation an Bord hat die Schiffsführerin daraufhin mit dem Einlaufen in den Hafen vollendete Tatsachen geschaffen.

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Die Sea-Watch hat im Hafen von Lampedusa angelegt. Die 40 Migranten an Bord wurden vom Rettungsschiff gebracht. Die deutsche Kapitänin ist festgenommen worden.