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Flüchtlinge verlassen in Pozzallo das Rettungsschiff "Sea-Watch 3".

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    Flüchtlinge verlassen Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in Sizilien

    Vor einer Woche hatte die Besatzung der "Sea-Watch 3" über 400 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet. Seitdem wartete die Crew darauf, mit den Menschen in einem Hafen anlegen zu dürfen. Die Hälfte konnte nun in Sizilien an Land gehen.

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    Mehr als 400 Flüchtlinge und Migranten befanden sich in den vergangenen Tagen an Board der "Sea-Watch 3". Die Hälfte von ihnen konnte das Rettungsschiff im Hafen von Pozzallo in Sizilien nun verlassen. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um Familien, Frauen, minderjährige Flüchtlinge und medizinische Fälle, wie eine Sea-Watch-Sprecherin sagte.

    Mehrere Menschen durften das Schiff bereits in den vergangenen Tagen wegen gesundheitlicher Probleme verlassen, darunter zwei Schwangere und Frauen mit schweren Treibstoffverbrennungen. An Land wurden die Menschen zunächst auf Covid-19 getestet.

    200 Menschen warten noch an Bord des Schiffes

    Die Übrigen, rund 200 aus Seenot geretteten Menschen, verbrachten eine weitere Nacht an Bord, wie "Sea-Watch" am Samstagabend auf Twitter mitteilte. Sie warteten darauf, das Schiff im Laufe des Tages verlassen zu dürfen, erklärte die Sprecherin von "Sea-Watch" am Sonntag.

    Die Crew der "Sea-Watch 3" hatte vor rund einer Woche bei sieben Rettungseinsätzen insgesamt 412 Menschen vor der libyschen Küste im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Seitdem wartete die Besatzung des Schiffs darauf, die Menschen in einem Hafen an Land bringen zu können.

    Bündnisschiff "Sea-Eye 4" zu neuem Einsatz aufgebrochen

    Währenddessen brach das Rettungsschiff "Sea-Eye 4" nach wochenlanger Vorbereitung in Palermo zu seinem dritten Einsatz auf, wie die Regensburger Seenotrettungsorganisation "Sea-Eye" am Samstagabend mitteilte. Die "Sea-Eye 4" ist ein Bündnisschiff, das maßgeblich durch das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierte zivile Seenotrettungsbündnis "United4Rescue" finanziert wird. Es fordert von der künftigen Bundesregierung eine Kehrtwende in der Migrationspolitik.

    In der Vergangenheit mussten private Seenotretter oft tagelang auf die Zuweisung eines sicheren Hafens in Europa warten. Das Mittelmeer gehört zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Es gibt dort keine staatlich organisierte Seenotrettung für Migranten aus Afrika, die auf der Überfahrt nach Europa häufig in Seenot geraten.

    Bislang sind in diesem Jahr laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Mittelmeer mindestens 1.530 Menschen zu Tode gekommen oder gelten als vermisst.

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