Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Schwesigs Rückzug: So geht's weiter an der SPD-Spitze | BR24

© pa/Dpa/Manuela Schwesig

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder

Per Mail sharen
Teilen

    Schwesigs Rückzug: So geht's weiter an der SPD-Spitze

    Die SPD hat in jüngster Zeit viele Vorsitzende gehabt. Zuletzt leitete ein kommissarisches Trio die Partei: Manuela Schwesig, Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer. Jetzt aber tritt Schwesig zurück, sie hat Brustkrebs. Was bedeutet das für die SPD?

    Per Mail sharen
    Teilen

    Es ist schon viel über den SPD-Parteivorsitz gesagt und geschrieben worden: Das "schönste Amt neben dem Papst" nannte es Franz Müntefering. Große Egos wie Gerhard Schröder oder Oskar Lafontaine haben das Amt ausgefüllt, aber auch große Tragödien haben sich dort abgespielt.

    Mathias Platzeck etwa, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt aufgab, würde den Satz von Müntefering ebenso wenig unterschreiben wie Andrea Nahles, die buchstäblich aus dem Amt gemobbt wurde.

    Manuela Schwesig tritt nach Brustkrebs-Diagnose zurück

    Nun muss die SPD-Spitze einen weiteren Rückschlag verkraften: Manuela Schwesig, eine der drei kommissarischen Parteivorsitzenden hat ihren Rücktritt erklärt. Der Grund: Die Regierungs-Chefin von Mecklenburg-Vorpommern hat Brustkrebs.

    Bei einem Presse-Statement in Schwerin wirkte Schwesig blass. Vor einiger Zeit sei bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden, ein riesiger Schock für sie und ihre Familie, sagte die 45-Jährige. Aber sie habe schon viele Kämpfe geführt und werde auch diesen Kampf kämpfen und gewinnen, denn die gute Nachricht sei: "Dieser Krebs ist heilbar."

    Genesungswünsche von Bundeskanzlerin Merkel

    Nachdem sie ihre Erkrankung öffentlich gemacht hatte, erhielt Schwesig zahlreiche Genesungswünsche, darunter auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Ich habe mit ihr telefoniert und ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird, dazu Kraft und Zuversicht in dieser schwierigen Zeit", ließ Merkel mitteilen.

    Schwesig will Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern bleiben

    Trotz der Krankheit will Manuela Schwesig Ministerpräsidentin in ihrem Bundesland bleiben, aus Verantwortung für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie werde nicht alle Termine wahrnehmen können, sagte sie in Schwerin, aber ihre Minister und Ministerinnen würden sie vertreten.

    Was für Mecklenburg-Vorpommern gilt, gilt jedoch nicht für die Bundes-SPD. Sie müsse ihre Arbeitsbelastung reduzieren, daher habe sie sich schweren Herzens dazu entschieden, beide SPD-Partei-Ämter abzugeben: sowohl das im Vorstand als auch das als kommissarische SPD-Vorsitzende.

    Am Ende bleibt nur Malu Dreyer übrig

    Aus den drei kommissarischen Vorsitzenden, Manuela Schwesig, Torsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer werden nun also zwei. Und bald wird Malu Dreyer alleine die Verantwortung zu tragen haben.

    Denn TSG, so der Spitzname von Thorsten Schäfer-Gümbel, wird zum 1. Oktober den kommissarischen Vorsitz niederlegen. Er wechselt dann in den Vorstand der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ – und ist ebenfalls raus. Auch wenn er Malu Dreyer ehrenamtlich weiter unterstützen will.

    Wohl mehr Arbeit für Bayern-SPD-Chefin Kohnen

    Im erweiterten Vorstand der SPD kommt nun sehr wahrscheinlich mehr Arbeit auf eine bayerische SPD-Frau zu: Natascha Kohnen, die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, ist eine der wenigen, die sich noch unbefangen um die Arbeit an der Parteispitze kümmern kann. Denn von den insgesamt sechs stellvertretenden SPD-Vorsitzenden - Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel, Manuela Schwesig, Olaf Scholz, Ralf Stegner und Natascha Kohnen - stecken Scholz und Stegner im Wahlkampf um den Parteivorsitz und werben auf Regionalkonferenzen für sich. Schwesig und TSG scheiden aus.

    Natascha Kohnen wird sich also bis Anfang Dezember verstärkt einbringen müssen. Denn erst dann werden auf dem SPD-Parteitag die neuen Vorsitzenden gewählt.