BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Schweinepest in Deutschland: "Das ist ein Schlag ins Kontor" | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht. Torsten Staack von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands weiß, wie die Ausbreitung der Schweinepest verhindert werden kann.

9
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Schweinepest in Deutschland: "Das ist ein Schlag ins Kontor"

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. Das könnte zu einem starken Preisdruck beim Schweinefleisch führen, befürchtet Torsten Staack von der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands.

9
Per Mail sharen
Von
  • Stefan Kreutzer
  • Constanze Kainz
  • BR24 Redaktion

Der Geschäftsführer der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) Torsten Staack zeigte sich besorgt über das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er zum Fund des infizierten Wildschweins in Brandenburg:

"Das war schon ein Schlag ins Kontor. Man muss ganz klar sagen, die Vorahnung gab es schon lange, aber wenn es dann zum realen Ereignis kommt, dann muss man sich erstmal kurz setzen und durchatmen." Torsten Staack, Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN)

Verhängt China einen Importstopp für Schweine aus Deutschland?

Zwar sei es für Menschen nicht gefährlich, das Fleisch eines erkrankten Schweins zu essen. Für die Schweinehalter aber habe der Fund des einen Wildschweins massive Folgen, so Staack. Auch wenn der größte Teil des Schweinefleischs hierzulande konsumiert werde, sei China ein wichtiger Exportmarkt, so der Geschäftsführer des ISN.

"Wenn die jetzt sagen, wir nehmen das jetzt nicht mehr ab, dann kommt es an der Stelle zu einem Mengenstau. Das heißt, diese Mengen müssen dann woanders hingehen und das sorgt natürlich für Preisdruck, den die Landwirte dann sehr, sehr schnell zu spüren bekommen und das kann sehr schnell existenzielle Folgen haben." Torsten Staack, ISN

Angst vor Preissenkungen: Schweinehalter appellieren an Einzelhandel

Schon jetzt hätten es die Schweinehalter nicht leicht, weil es durch Corona zu Schließungen von Schlachthöfen gekommen sei. Nun befürchtet Torsten Staack Preissenkungen beim Schweinefleisch.

"Wir kriegen das Problem, dass die schlachtreifen Schweine wahrscheinlich nicht so schnell in Gänze vermarktet werden können. Das führt in der Regel immer dazu, wenn Angebotsdruck da ist, dass die Preise halt eher sinken. Und deswegen ist auch unser ganz klarer Appell an den Lebensmitteleinzelhandel, diese Situation nicht auszunutzen, weil das dann ganz klar zu Lasten der Bauern geht." Torsten Staack, ISN

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Sie kursiert schon länger in Polen, nun ist auch Deutschland betroffen: In Brandenburg ist bei einem Wildschweinkadaver die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich?