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Schweden: Ungewöhnlich frühe Waldbrände | BR24

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Waldbrände in Schweden

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Schweden: Ungewöhnlich frühe Waldbrände

An mehreren Orten Schwedens kämpft die Feuerwehr gegen Waldbrände. Einige Gebiete wurden evakuiert. Ungewöhnlich ist der frühe Beginn der Waldbrandzeit. Durch anhaltende Trockenheit ist die Feuergefahr weiter hoch.

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Es brennt im Süden Schwedens - und das sehr viel früher als gewöhnlich. Grasbrände seien üblich, sagt der Meteorologe Nitzan Cohen im schwedischen Fernsehen. Aber diesmal sei es mehr. "Meist steigt zunächst das Grasbrandrisiko im Frühjahr, bis das neue Gras die Reste vom Vorjahr überdeckt", so Cohen. "Waldbrände tauchen dann üblicherweise erst in der trockenen Sommerperiode auf. Jetzt überlappen die beiden Risiken, und wir sehen das Resultat."

In den vergangenen Wochen war es ungewöhnlich trocken in Schweden. In ganzen Regionen des Landes hat es seit Wochen nicht geregnet. Und derzeit ist es auch noch untypisch warm. In Folge brennt es an vielen Orten Schwedens, vor allem aber in Schonen, der Region im äußersten Süden des Landes.

"Die Lage ist ernst"

Insgesamt 15 Waldbrände und 50 große Grasbrände wurden bisher gezählt. Und die Gefahr ist nicht vorüber, sagt Anneli Bergholm Söder von der schwedischen Zentralbehörde für Krisenbereitschaft. "Die Lage ist ernst. Das Brandrisiko ist extrem hoch in den kommenden Tagen aufgrund des sonnigen, warmen Wetters bei gleichzeitigem Wind", so Bergholm. "Am Wochenende wird es hoffentlich ein bisschen besser."

Die Feuerwehr Schwedens ist im ersten Großeinsatz des Jahres. Auch Löschhubschrauber sind in der Luft.

Zunächst keine weiteren Evakuierungen

Melissa Melbourn leitet den Einsatz der Feuerwehr rund um Hästveda, einem kleinen Ort etwas mehr als 100 Kilometer nordöstlich von Malmö. "Ich sage immer ungern, dass ein Brand unter Kontrolle ist, aber derzeit haben wir immer mehr Kontrolle über die Flammen", sagt sie. "Wie es momentan aussieht, wird es keine weiteren Evakuierungen geben. Aber in den Gebieten, wo wir evakuiert haben, werden wir wohl noch eine Weile beschäftigt sein. Die Bewohner können also noch nicht wieder zurück in ihre Häuser."

Mindestens fünfzig Menschen mussten in Schonen in Sicherheit gebracht werden, weil sich die Flammen ihren Häusern gefährlich genähert hatten. Verletzt wurde bisher niemand. Aber die Sachschäden sind hoch. Und die Angst der Anwohner etwa in der Nähe von Hästveda ist es auch.

Verheerende Brände schon im vergangenen Jahr

Der Anwohner Birger Nilson fürchtet im Gespräch mit einem schwedischen Fernsehreporter um seinen Besitz. "Der Wald liegt ja direkt hinter unseren Wirtschaftsgebäuden", sagt er. "Wenn es dort anfängt zu brennen, springt das Feuer leicht auf unser Haus über. Wir sind natürlich besorgt."

Die Flammen und ihre Wirkung erinnern viele an die verheerenden Brände des vergangenen Jahres. Kent Martinson wohnt in direkter Nachbarschaft zu einer abgebrannten Scheune in Hästveda. "Es war wie eine Explosion. Wie im Fernsehen. Es gab einen Knall, Puff, und dann stand die ganze Scheune lichterloh in Flammen", so Martinson.

Im vergangenen Jahr hatte ganz Schweden unter den schlimmsten Waldbränden seit mehr als 100 Jahren gelitten. In diesem Jahr, da sind sich die Experten jetzt schon einig, wird die Brandgefahr ebenfalls wieder extrem hoch sein.