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Schwan und Stegner bewerben sich um SPD-Vorsitz | BR24

© dpa-Bildfunk/Rehder/Schindler

Schwan und Stegner bewerben sich um SPD-Vorsitz

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Schwan und Stegner bewerben sich um SPD-Vorsitz

Gesine Schwan und Ralf Stegner wollen offenbar SPD-Vorsitzende werden. Beide sehen den derzeitigen Kurs der Partei kritisch. Am Freitag wollen sie sich erklären.

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Der SPD-Vorsitz ist nach dem Rücktritt der bisherigen Parteichefin Andrea Nahles derzeit nur kommissarisch besetzt. Der Vorsitz soll nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden. Einige Kandidaten haben sich bereits beworben.

Nun positionieren sich zwei Politiker, deren Namen auch außerhalb der Partei bekannt sind: Gesine Schwan und Ralf Stegner wollen die Sozialdemokraten laut ARD-Hauptstadtstudio gemeinsam führen. Sie hätten gegenüber den drei Interimsvorsitzenden Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel ihre gemeinsame Kandidatur angekündigt, hieß es.

Schwan und Stegner wollen sich am Freitag öffentlich erklären. Der 59-jährige Stegner koordiniert seit Jahren den linken Flügel der Partei. Er gilt als Skeptiker der Großen Koalition. Die 76-jährige Schwan hatte bereits öffentlich eine Kandidatur erwogen. Sie kündigte zuletzt an, die SPD wieder stärker an ihren Grundwerten ausrichten zu wollen. "Wir sind so schrecklich mutlos“, hatte sie jüngst dem "Spiegel" gesagt.

Was wird aus Giffey?

Bisher hatte sich in der SPD noch niemand aus der ersten Reihe beworben. Mit Stegner wirft nun immerhin ein Parteivize seinen Hut in den Ring. Ambitionen werden Familienministerin Franziska Giffey und SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil nachgesagt. Letzterer hatte jüngst in den tagesthemen gesagt: "Jetzt machen sich einige noch Gedanken, ob sie selbst ins Rennen einsteigen. Dazu gehöre ich auch. Aber alle haben Zeit bis zum 1.9. Und da verspüre ich auch gar keinen Druck."

Giffey hat ihre Kandidatur bisher offen gelassen. Das sei eine Frage, die zur Zeit viele Menschen bewege. Sie werde sich zu gegebener Zeit ganz klar äußern. Ihre Doktorarbeit wird derzeit von der Freien Universität Berlin wegen eines Plagiatsverdachts untersucht. Ein Abschluss wird nicht vor September erwartet. Der Zeitpunkt, wann eine Entscheidung fällt, ist nicht unerheblich: Bis zum 1. September müssen alle Kandidaten, die sich für den SPD-Vorsitz bewerben wollen, offiziell ihre Bewerbung einreichen.

Mehrere Bewerber

Bis dahin brauchen sie auch die Mitgliederunterstützung von mindestens fünf Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. Bislang trifft dies nur auf Europa-Staatsminister Michael Roth und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann zu. Bewerben wollen sich auch die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer sowie die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange und der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens. Der Vizepräsident des SPD-Wirtschaftsforums, Robert Maier, kündigte seine Kandidatur an.

Die Kandidaten sollen sich auf mehr als 20 Regionalkonferenzen bundesweit der Basis stellen.