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Schuster fordert im BR-Interview: "Die AfD entlarven" | BR24

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Der alte und neue Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sieht alle Minderheiten vom Erstarken rechtspopulistischer Parteien betroffen. Er fordert, sie an ihren Lösungsvorschlägen für Probleme jenseits des Themas Migration zu messen.

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Schuster fordert im BR-Interview: "Die AfD entlarven"

Der alte und neue Präsident des Zentralrats der Juden, Schuster, sieht alle Minderheiten vom Erstarken rechtspopulistischer Parteien betroffen. Diese müssten an ihren Lösungsvorschlägen für Probleme jenseits des Themas Migration gemessen werden.

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Der wiedergewählte Präsident des Zentralrats der Juden Josef Schuster ruft dazu auf, die Alternative für Deutschland (AfD) zu "entlarven". Politik müsse aufdecken, dass die Partei keine Lösungen für die gesellschaftlichen Probleme habe, sagte Schuster im Interview mit dem Bayerischen Fernsehen.

Für die kommenden Jahre nannte der einstimmig wiedergewählte Zentralratspräsident die Ziele, einerseits die Kontinuität zu erhalten, andererseits aber auch einem weiteren "Abdriften nach Rechts" entgegenwirken.

Schuster: Hetze ist Geschäftsmodell der AfD

Der wachsende Antisemitismus in Europa habe verschiedene Gründe, so der Würzburger. Die Zuwanderung aus muslimischen Ländern könne man dabei nicht vom Erstarken rechter politischer Kräfte trennen.

"Wenn wir auch in Deutschland eine Partei sehen, deren Geschäftsmodell es ist, gegen die Menschen zu hetzen, die im Rahmen der Migration seit 2015 nach Deutschland gezogen sind, dann ist das etwas, das nicht nur gegen Muslime wirkt, sondern letztendlich gegen alle Minderheiten." Josef Schuster

Deshalb müsse die Politik versuchen, die Alternative für Deutschland zu "entlarven", so Schuster. Das Geschäftsmodell der AfD sei es, zu provozieren und dann wieder zu relativieren. Immer wieder müsse die Politik klar machen, welche Lösungsvorschläge die AfD für die Probleme der Gesellschaft habe.

Einwanderung nach Europa steuern

Der alte und neue Zentralratspräsident sprach sich generell dafür aus, Einwanderung nach Europa zu steuern. Denn auch Europa komme irgendwann an die Grenzen seiner Aufnahmefähigkeit.

Die Botschaft des Würzburger Arztes und wiedergewählten Zentralratspräsidenten an die rund 100.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland: Jüdisches Leben in den Gemeinden müsse weiter gemeinschaftlich gestärkt werden, unabhängig von der religiösen Ausrichtung, der die Gemeindemitglieder nahe stehen.

Schuster für weitere vier Jahre im Amt

Die jährliche Ratsversammlung hatte den Würzburger Josef Schuster am Sonntag einstimmig als Präsident des Zentralrats der Juden wiedergewählt. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, begrüßte noch am Abend Schusters Wiederwahl. "In diesen schwierigen Zeiten, da der Judenhass in der Gesellschaft und leider auch in der Politik wieder aufflammt, halte ich es für die angemessene Entscheidung und das richtige Signal, durch eine zweite Amtszeit für Kontinuität an der Spitze des Zentralrats zu sorgen“, so Knobloch.

Der Zentralrat vertritt die politischen und gesellschaftlichen Interessen von rund 98.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland.