Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

TÜV soll Abgas-Messstationen überprüfen | BR24

© BR/Sebastian Gollnow

Geräte für die Probennahme von Feinstaub und Stickoxiden einer Luftmessstelle in Stuttgart.

6
Per Mail sharen
Teilen

    TÜV soll Abgas-Messstationen überprüfen

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die Genauigkeit der Abgas-Messstationen überprüfen lassen. Dafür habe sie ein unabhängiges Gutachten beim TÜV Rheinland in Auftrag gegeben. Scharfe Kritik übte Schulze an Verkehrsminister Scheuer.

    6
    Per Mail sharen
    Teilen

    Zwar würden die Messstationen nach EU-Regeln laufend getestet, "aber ich sehe ja, dass diese Debatte hierzulande sehr aufgeregt geführt wird, deshalb habe ich beim TÜV Rheinland ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) der "Bild am Sonntag". Die Überprüfung der Messstationen sei bereits in den letzten Tagen angelaufen.

    Schulze kritisiert Scheuer: Gibt keinen Grund, an Grenzwert zu rütteln

    Den Vorstoß von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), die Stickoxid-Grenzwerte überprüfen zu wollen, kritisierte Schulze scharf. "Diese Grenzwerte werden regelmäßig von Wissenschaftlern und Medizinern auf den Prüfstand gestellt. Es gibt keinen vernünftigen Grund, daran zu rütteln."

    Eine Gruppe von Lungenärzten hatte den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte angezweifelt. Scheuer forderte als Konsequenz, dass die Umsetzung von Feinstaubgrenzwerten hinterfragt und gegebenenfalls verändert werden müsse. Später räumte der Lungenarzt Dieter Köhler ein, dass die Stellungnahme Rechen- und Zahlenfehler enthalte.

    "Ich kann nur dazu raten, dem Diskurs in der Wissenschaft zu vertrauen", sagte Schulze. "Das hätte auch Herr Scheuer tun sollen, anstatt vorschnell einzelne Ärzte zu loben."

    EU-Grenzwert seit 2010 verbindlich

    Der seit 2010 verbindliche EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ist in die Kritik geraten. Er gilt als Grundlage für gerichtlich verhängte Diesel-Fahrverbote.

    "Herr Scheuer hat die Aufgabe, eigene Maßnahmen (für den Klimaschutz) zu benennen. Ich bin sehr gespannt, was er vorschlagen wird, damit auch der Verkehr klimafreundlicher wird", fügte Schulze hinzu.