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Schulen haben große Defizite bei der Digitalisierung | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Deutsche Schulen haben im Bereich Online-Unterricht einigen Nachholbedarf

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    Schulen haben große Defizite bei der Digitalisierung

    Deutsche Schulen haben Nachholbedarf beim Online-Unterricht. Das erklärt die Geschäftsführerin der Digitalisierungs-Denkfabrik "Initiative D21" im B5-Interview. Es fehle an Kompetenz, Geräten und Lernplattformen. Das Gesamtbild sei "unprofessionell."

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    Für die Geschäftsführerin der Denkfabrik "Initiative D21 - Netzwerk für die Digitale Gesellschaft", Lena-Sophie Müller, ist vor allem die Fortbildung im schulischen Bereich "unprofessionell". Im B5-Interview der Woche zog Müller insgesamt eine gemischte Bilanz der jüngsten digitalen Entwicklung.

    Wer seine Hausaufgaben nicht gemacht habe, müsse diese nun nachholen, erklärte sie. So müssten sich viele Firmen erst einmal um die Basics kümmern, zum Beispiel Hardware anschaffen, Dokumente digitalisieren, Datenschutzfragen klären oder für die Sicherheit der Systeme sorgen.

    Es fehlt an Kompetenzen, Geräten und Lernplattformen

    Im BR-Interview spricht Müller von besonders großen Defiziten in den Schulen. Diese seien sehr unterschiedlich auf Online-Unterricht vorbereitet. Dabei kritisierte sie, dass es der Lehrerschaft oft an Kompetenzen, Geräten, beruflichen Mailadressen und Lernplattformen fehle. Es gebe zwar den Digitalpakt, der eine bessere Ausstattung der Bildungseinrichtungen fördern soll, doch die Gelder hätten viele Schulen noch gar nicht erreicht.

    Laut Müller könnten sich Schulen aber etwas von Wirtschaftsunternehmen abschauen, in denen viel Geld in die Hand genommen werde, um Mitarbeiter zu qualifizieren. Dort würden auch Computer und Programme ganz selbstverständlich zur Verfügung gestellt, in Schulen dagegen setze man meist noch auf Selbstorganisation.

    Initiative D21 misst digitale Spaltung der Gesellschaft

    Die Initiative D21 will erreichen, dass alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren. Dafür arbeitet das Netzwerk seit 20 Jahren mit Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen. Zu diesem Zweck misst es einmal im Jahr auch die digitale Spaltung der Gesellschaft, die nächste Studie dazu steht noch in diesem Monat an.

    Müller geht aber jetzt schon davon aus, dass diese Spaltung in den Wochen der Pandemie größer geworden ist. Die Menschen, die schon vorher Vorteile der Digitalisierung nutzen konnten, hätten vermutlich profitiert. Die dagegen, die schon abgehängt waren, etwa schlecht gebildete oder ältere Menschen, eher nicht. Man dürfe deshalb nicht in Vor-Corona-Zeiten zurückschalten, warnte Müller, sondern müsse Weichen für bessere digitale Infrastrukturen und Kompetenzen stellen, vor allem auf kommunaler Ebene.

    Der BR berichtet über dieses Thema am Samstag, den 11. Juli 2020, ab 6 Uhr auf B5 aktuell und online auf BR24.

    Das gesamte Interview sendet B5 aktuell um 7:20 Uhr, 9:20 Uhr und um 11:20 Uhr.

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