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Schule trotz Corona: Darauf haben sich die Länder verständigt | BR24

© pa/dpa/Bodo Schackow

Abiturienten in einer umfunktionierten Turnhalle

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Schule trotz Corona: Darauf haben sich die Länder verständigt

Die Kultusminister der Länder haben sich das Ziel gesetzt, alle SchülerInnen vor der Sommerpause noch mal in die Schule zu bringen – zumindest tage- oder wochenweise. Es wird wohl ein Mix mit dem Lernen zu Hause. Der Schutz vor Corona habe Vorrang.

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Eine Rückkehr zum normalen Schulbetrieb wird es so schnell nicht geben – auch wenn die Kultusminister der Bundesländer in ihren Empfehlungen für das weitere Vorgehen das Recht auf Bildung betonen. Stefanie Hubig (SPD), Ministerin in Rheinland-Pfalz und derzeit Vorsitzend der Kultusministerkonferenz, stellte klar: Für jede weitere Entscheidung sei das Infektionsgeschehen maßgeblich. "Der Gesundheitsschutz von allen Beteiligten in der Schule steht für uns an erster Stelle." Das schließt neben den Schülern die Lehrer und alle anderen an den Schulen Beschäftigten mit ein.

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Mehr Präsenzunterricht

Die Vertreter der 16 Bundesländer wollen erreichen, dass alle Schülerinnen und Schüler - zumindest zeitweise - vor den Sommerferien wieder in die Schulen zurückkommen. Der Ferienbeginn ist bundesweit gestaffelt: In den ersten Bundesländern beginnt er in der letzten Juni-Woche, im Süden erst Ende Juli. Und das ist nicht der einzige Unterschied, der das Vorgehen in den Ländern bestimmt. Es geht auch darum, wie die Corona-Infektionszahlen vor Ort aussehen und wie es den einzelnen Schulen gelingt, die vorgeschriebenen Hygieneregeln umzusetzen.

Ausgestaltung: Ländersache

Die KMK-Vorsitzende Hubig betonte, die Runde der Minister habe konstruktiv zusammengearbeitet. Es gebe "klare gemeinsame Leitplanken", aber vor Ort müsse man das tun, das gebraucht werde. Und das könne auch innerhalb eines Bundeslandes zu verschiedenen Entscheidungen führen.

Für den Freistaat Bayern gab Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bereits eine vorsichtige zeitliche Zielvorstellung aus: Bis Pfingsten solle es für alle Schüler zumindest in eingeschränktem Umfang Unterricht in den Schulen geben, konzentriert auf die Kernfächer und mit Abstriche beim Stoffumfang. Eines stellte Piazolo aber klar: Auch bis zum Sommer werde es "keine Normalität an den Schulen geben, wie wir sie kennen".

Im Klassenzimmer und daheim

Mit Blick auf die Corona-Epidemie setzen die Kultusminister auf eine Kombination aus Unterricht in der Schule und Lernen daheim – Hubig nennt es einen "verzahnten" Ansatz, der aber nur dann funktioniert, wenn auch alle Zugang zu digitalen Endgeräten haben. Bund und Länder hatten deshalb jüngst ein 500-Millionen-Euro-Paket geschnürt. Pro Schüler soll es daraus einen Laptop-Zuschuss bis 150 Euro geben. Hubig kündigte an, dass es für Kinder aus bildungsfernen Schichten extra Bildungsangebote geben wird. Für Schüler, die zu Risikogruppen gehören, soll keine Präsenzpflicht gelten.

Keine Masken-Pflicht

Die Kultusminister verständigten sich laut Hubig zudem auf bundesweit einheitliche Bedingungen etwa zu den Hygiene- und Abstandsregeln. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sei hilfreich, man habe sich aber nicht für eine allgemeine Pflicht entschieden.

Das Konzept der Kultusministerkonferenz wird nun an die Ministerpräsidentenkonferenz weitergeleitet. Die Regierungschefinnen und -chefs beraten am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen.

© BR

Bis zum Sommer werde es keine Normalität an den Schulen geben, so wie wir sie kennen. Das sagte der bayerische Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) heute in München.

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