BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Schüsse des Halle-Attentäters auf Polizisten hätten töten können | BR24

© BR

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Synagogen-Attentäter Stephan B. untersuchen Gutachter des BKA, ob die Schüsse, die er auf Polizisten abgegeben hatte, potentiell tödlich waren.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Schüsse des Halle-Attentäters auf Polizisten hätten töten können

Die Schüsse, die der Halle-Attentäter während seiner Flucht auf zwei Polizisten abgegeben hat, hätten die Beamten töten können. Das sagte ein Waffengutachter des Bundeskriminalamtes im laufenden Prozess gegen den angeklagten Stephan B. vor Gericht.

Per Mail sharen

In Magdeburg wird heute nach fast dreiwöchiger Pause der Prozess gegen den mutmaßlichen Synagogen-Attentäter Stephan B. fortgesetzt. Dabei geht es um die Frage, ob die Schüsse, die der Attentäter bei seiner Flucht auf zwei Polizisten abgegeben hatte, potenziell tödlich waren oder nicht.

Angeklagter: Nur zur Abschreckung geschossen

Nach dem Angriff auf den Döner-Imbiss hatte er aus etwa 70 Metern Entfernung mit einer Schrotflinte auf die Besatzung eines Streifenwagens geschossen. Vor Gericht hatte der Angeklagte angegeben, dass er die Beamten damit nur hatte abschrecken wollen. Aus 70 Metern seien tödliche Schüsse mit einer Schrotflinte gar nicht möglich, so der Angeklagte.

Schüsse des Halle-Attentäters hätten laut Gutachter töten können

Auf Bitten des Gerichts untersuchte das Bundeskriminalamt (BKA) daraufhin erneut die Waffen und Munition, die der Mann verwendet hatte. Dazu berechneten die Beamten Flugkurve und Geschwindigkeit der Geschosse und feuerten ähnliche Projektile auf mit Lamm-Leder bespannte Gelatine-Blöcke, die den menschlichen Körper simulieren sollten. Bei den Versuchen drangen die Kugeln mehr als 10 Zentimeter in den Block ein. Für einen geübten Schützen sei es auf die Distanz auch möglich, Menschen gezielt zu treffen, sagte der Gutachter. Die Schüsse seien somit potenziell tödlich gewesen.

Angeklagter ist geständig

Das Verfahren um den Anschlag läuft seit Juli. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangt war, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss. Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan B. hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. Der Prozess läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!