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Schmutziges Geschäft mit virtuellen Sex-Objekten | BR24

© Reuters (RNSP)

Dating Portal Ashley Madison

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    Schmutziges Geschäft mit virtuellen Sex-Objekten

    Statt Kontakt suchender Frauen hat das Dating-Portal Ashley Madison Chatbots mit zahlungswilligen Männern flirten lassen. Das geht aus einem Untersuchungsbericht des kanadischen Betreibers Avid Life Media hervor. Von Achim Killer

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    Wieder einmal hat die digitale Rotlichtbranche ihre technologische Führerschaft unter Beweis gestellt. Während Internet-Konzerne wie Google und Facebook gerade ihr Werbegeschäft mit Hilfe von Chatbots erneuern, werden im Geschäft mit dem Sex schon lange menschliche Gesprächspartner simuliert.

    Frauenmangel auf Dating-Sites

    Nach Angaben von Ashley Madison flirteten die virtuellen Sexobjekte in den USA bis 2014 kostenpflichtig mit der männlichen Kundschaft des Seitenprung-Portals – international bis ins vergangene Jahr. Die Konkurrenz von der dubiosen Dresdner Site Lovoo war technisch nicht so weit wie Ashley Madison. Um dem Männerüberschuss bei ihrer Kundschaft zu begegnen, stellte sie gefälschte Frauenprofile online. Mit ihnen in Echtzeit chatten konnten die Männer aber nicht.

    Betrug und Sicherheitsmängel

    Ashley Madison wurde im vergangenen Jahr gehackt, Kundendaten – mit Klarnamen und sexuellen Vorlieben – im Netz veröffentlicht. Mehrere Suizide werden mit dem Hack in Verbindung gebracht. Aktuell untersucht die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission das Portal.

    Zum Anbaggern braucht es wenig künstliche Intelligenz

    Chatbots sind eine einfache Form von künstlicher Intelligenz. Von den ambitionierten Vorstellungen der Pioniere dieser Technik wie Marvin Minsky oder Hans Moravec in den 60er und 70er Jahren sind diese Nachbildungen menschlichen Denkens allerdings weit entfernt. Aber immerhin: Es reicht, um Werbe- und Anmach-Sprüche abzusondern.