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Schlag gegen Mafia: Durchsuchungen auch in München | BR24

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Fast 500 Polizisten rückten heute zu einer großen Razzia aus - zeitgleich mit Kollegen in aller Welt. Das Zielobjekt: Die italienische Mafia-Bande Ndrangheta. 90 mutmaßliche Mafiosi wurden festgenommen. Auch im Großraum München gab es Durchsuchungen.

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Schlag gegen Mafia: Durchsuchungen auch in München

Harter Schlag gegen die Mafia: Mit einer internationalen Razzia sind Ermittler gegen die italienische 'Ndrangheta vorgegangen und haben Dutzende mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Auch in Bayern fanden Durchsuchungen statt.

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Ermittler hatten die italienische Mafiagruppierung 'Ndrangheta bereits länger im Visier, nun schlugen sie zu. Bei großangelegten Razzien in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Belgien und Teilen Südamerikas sind am frühen Morgen rund 90 Tatverdächtige festgenommen worden, 14 davon in Deutschland. Der Vorwurf: Drogenhandel, Geldwäsche und die Zugehörigkeit zu einer Mafiaorganisation. Beschlagnahmt wurden insgesamt bis zu 4.000 Kilogramm Kokain sowie 140 Kilogramm Extasy-Pillen. Das teilte die Europäische Justizbehörde Eurojust mit.

Durchsuchungen gegen N'drangheta auch in Bayern

Durchsucht wurden auch zwei Objekte im Münchner Osten. Dabei soll es sich um eine Pizzeria und eine Wohnung gehandelt haben, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr. Zu Festnahmen kam es aber nicht. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann äußerte sich zunächst nicht zum Ermittlungsstand und verwies auf die Staatsanwaltschaft. Gerüchte, wonach es auch in Unterfranken im Raum Würzburg zu Durchsuchungen gekommen sein soll, konnte ein Sprecher des Landeskriminalamtes auf Nachfrage des BR nicht bestätigen. Laut Herrmann ist die italienische Mafia auch in Bayern aktiv: "Da spielt der Drogenhandel eine Rolle, wir haben es in Bayern aber immer wieder auch mit Schutzgelderpressung zu tun." Das beeinflusse das Sicherheitsgefühl der Menschen.

Mutmaßlicher Haupttäter bei Köln festgenommen

Ermittelt wird in Deutschland laut Bundeskriminalamt (BKA) bislang gegen 47 mutmaßliche Mitglieder der 'Ndrangheta. Einer der mutmaßlichen Haupttäter wurde in Nordrhein-Westfalen gefasst. Der 45 Jahre alte Gastwirt sei am frühen Morgen in Pulheim bei Köln von den Ermittlern aus dem Schlaf gerissen worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Besitzer einer Osteria soll unter anderem an "Kokainhandel in sehr, sehr umfangreichen Maße" beteiligt gewesen sein.

Internationale Operation "Pollino" gegen Organisierte Kriminalität

Die Europäische Justizbehörde Eurojust koordinierte die internationale Aktion mit dem Codenamen "Pollino". Sie ist laut der Behörde das Ergebnis "einer intensiven gemeinsamen Ermittlungsarbeit, die im Jahr 2016 begann und europaweit koordiniert wurde". Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hob die gute Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden hervor. An den Operationen sind rund 440 deutsche Beamte beteiligt, so das BKA. Durchsucht wurden demnach 65 Wohnungen oder andere Objekte.

Die kalabrische 'Ndrangheta gilt inzwischen als die mächtigste italienische Mafia-Organisation. Sie dominiert den Drogenschmuggel nach Europa. Ermittler warnen seit langem davor, dass die 'Ndrangheta ein außerordentlich wichtiges Standbein in Deutschland hat. Die nationale Anti-Mafia-Behörde erklärte, dass die kalabrische Mafia in Deutschland ähnliche Strukturen aufgebaut habe wie in ihrer Heimat.

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Die internationale Großrazzia gegen den Mafia-Clan Ndrangheta war ein lange vorbereiteter Überraschungscoup, so BR-Polizeiexperte Bendixen im Rundschau-Interview. Mit den 90 Festnahmen sei die Organisation aber nicht empfindlich geschwächt worden.