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Verkehrsminister Scheuer bei der Pressekonferenz zum Thema Diesel nach dem Treffen mit deutschen Automobilherstellern im Verkehrsministerium
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BR24 Redaktion
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Verkehrsminister Scheuer bei der Pressekonferenz zum Thema Diesel nach dem Treffen mit deutschen Automobilherstellern im Verkehrsministerium

Die Bundesregierung und große Autoproduzenten haben sich offenbar beim Diesel-Problem und der umstrittenen Nachrüstung älterer Autos mit Katalysatoren auf einen Kompromiss verständigt.

Nach dem Treffen mit Managern von Daimler, Volkswagen und BMW in Berlin sprach Verkehrsminister Scheuer von einem konstruktiven Ergebnis mit den deutschen Herstellern. Er sagte, die deutsche Automobilwirtschaft habe sich "sehr stark bewegt".

"Nach der Umtauschaktion verbleiben Euro-5-Diesel. Die werden mit herstellerspezifischen Maßnahmen versehen. In diesem Zusammenhang sagen die deutschen Hersteller bis zu 3.000 Euro pro Fahrzeug zu. Und dazu können auch Hardware-Nachrüstungen zählen." Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister, CSU

Einschränkend fügte Scheuer aber hinzu, derzeit gebe es noch keine vom Kraftfahrtbundesamt genehmigten PKW-Hardware-Nachrüstsätze. Diese würden erst nach der "erforderlichen Entwicklungs- und Zulassungszeit" am Markt verfügbar sein.

VW und Daimler zahlen Katalysatoren, BMW will Rabatte geben

Im Vordergrund stehe weiter die Umtauschaktion der Hersteller von Alt-Autos in sauberere Fahrzeuge. Volkswagen und Daimler seien bereit, die verbliebenen älteren Autos dann für bis zu 3.000 Euro mit Katalysatoren nachrüsten zu lassen. BMW lehne das ab, wolle aber mit der gleichen Summe die Halter der älteren Diesel unterstützen - etwa für einen Neukauf.

Die Angebote gelten nur für Halter in den am höchsten mit Stickoxid belasteten Regionen.

Fahrverbote in Köln und Bonn ab April 2019

Während des Treffens von Bundesverkehrsminister Scheuer mit den Vertretern der deutschen Autokonzerne in Berlin entschied das Kölner Verwaltungsgericht, dass Köln und Bonn ab April 2019 Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge einführen müssen. In den nordrhein-westfälischen Städten werden die EU-Grenzwerte zur Luftverschmutzung seit Jahren deutlich überschritten. Geklagt hatte die Deutsche Umwelthilfe.