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Saudi-Arabien bestätigt Tötung Khashoggis | BR24

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© pa/dpa/Johnny Green

Jamal Khashoggi

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Saudi-Arabien bestätigt Tötung Khashoggis

Immer noch fehlt jede Spur des Journalisten Khashoggi, der zuletzt im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul gesehen wurde. Nun hat Saudi-Arabien den Tod des Mannes eingeräumt. EU und Bundesregierung verurteilen fordern Aufklärung.

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Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi hat Saudi-Arabien den Tod des Mannes eingeräumt. Zwischen Khashoggi und Personen im Istanbuler Konsulat sei es am 2. Oktober zu einem tödlichen Streit gekommen, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.

Es seien 18 Verdächtige festgenommen worden, die Untersuchung dauere an. SPA berichtet weiter, dass der bisherige Vizepräsident des Geheimdienstes und ein hochrangiger Berater des Königs entlassen worden seien.

In einer von saudi-arabischen Staatsmedien verbreiteten Darstellung hieß es, die Verdächtigen seien nach Istanbul gereist, um "sich mit dem Bürger Jamal Khashoggi zu treffen". Es habe Hinweise auf dessen mögliche Rückkehr ins Land gegeben. Im Konsulat "liefen Gespräche mit ihm nicht wie verlangt ab und entwickelten sich auf eine negative Weise, die zu einem Faustkampf geführt" hätten. Das Königreich drücke sein tiefes Bedauern über den Tod Khashoggis aus.

Aufklärung gefordert

Die Bundesregierung hat in aller Schärfe den gewaltsamen Tod Khashoggis verurteilt. Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Maas schrieben in einer gemeinsamen Erklärung, die am Abend veröffentlicht wurde, Deutschland erwarte von Saudi-Arabien Transparenz im Hinblick auf die Todesumstände und die Hintergründe. Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Ähnlich äußerte sich die EU-Außenbeauftragte Mogherini.

Viele Spuren, keine Leiche

Der eigentlich im US-Exil lebende Khashoggi wollte im Konsulat Papiere für seine Hochzeit mit einer Türkin abholen und ist seitdem verschwunden. Bilder von Überwachungskameras zeigen, wie er das Gebäude betritt. Später verließen mehrere Fahrzeuge das Konsulat - darin könnte nach Vermutung türkischer Ermittler die Leiche abtransportiert worden sein.

Türkei erhöhte den Druck

Im Vorfeld des Eingeständnisses hatte die Türkei am Freitag den Druck auf Saudi-Arabien erhöht und 15 türkische Angestellte des saudischen Konsulats als Zeugen vorgeladen. Das Konsulat wurde von türkischen Polizisten durchsucht. Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte zugleich an, dass die Türkei die Ergebnisse ihrer Ermittlungen "mit der gesamten Weltöffentlichkeit" teilen werde, sobald sich alles vollständig geklärt habe.

Inzwischen haben Ermittler damit begonnen, einen Wald nördlich von Istanbul und Gebäude in der Stadt Yalova am Marmarameer südlich von Istanbul zu durchsuchen. Sie vermuten, dass die Leiche Khashoggis dorthin gebracht wurde.

Verhaltene Reaktion Washingtons

Die US-Regierung zeigte sich in einer ersten Reaktion "betrübt" über die Nachricht von Khashoggis Tod. Regierungssprecherin Sarah Sanders sagte, Washington nehme die Nachricht zur Kenntnis und werde weiterhin die "internationalen Untersuchungen dieses tragischen Vorfalls genau verfolgen". Sie sprach den Angehörigen des Journalisten, der unter anderem für die "Washington Post" geschrieben hatte, das Beileid der Regierung aus.

Trump hält Erklärung für glaubwürdig

In einer ersten Reaktion sagte US-Präsident Donald Trump, er halte die Version Saudi-Arabiens vom Tod Khashoggis glaubwürdig. "Es ist noch früh, wir haben unsere Überprüfung oder Ermittlung noch nicht beendet", fügte er hinzu. Es handele sich aber um einen "sehr wichtigen ersten Schritt".

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  • BR24 Redaktion
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