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Zum dritten Mal in kurzer Zeit: Sahara-Staub in Deutschland | BR24

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Bildrechte: Sandra Demmelhuber/BR24

Sonnenuntergang bei Bichl in Oberbayern.

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    Zum dritten Mal in kurzer Zeit: Sahara-Staub in Deutschland

    Wenn die Sonne erscheint wie durch ein Milchglas, dann liegt etwas in der Luft: tonnenweise Sahara-Staub. Eigentlich ein eher seltenes Phänomen. Doch nun erreicht uns schon wieder eine Wolke Wüstenstaub – zum dritten Mal innerhalb eines Monats.

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    Von
    • Claudia Kühle

    Rötlich-gelb verfärbter Himmel und die Sonne kommt kaum durch – es liegen wieder tonnenweise Sahara-Staub in der Luft. Schon zum dritten Mal innerhalb von nur vier Wochen erreicht uns eine Sand-Wolke aus der afrikanischen Wüste. Laut BR-Wetterexperten Michael Sachweh ist das in dieser Form ein besonderes Phänomen.

    "Es existiert dazu keine Statistik, doch nach meiner Einschätzung passiert das in dieser Häufung außerordentlich selten – so etwa einige wenige Male im Jahrzehnt." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte

    Heiße Winde tragen Sandpartikel in die Atmosphäre

    Dass Sahara-Sand aufgewirbelt wird, ist normal. Die Region ist windig und äußerst trocken. Der Staub besteht aus winzig kleinen Partikeln aus Mineralstaub, im Durchschnitt nur fünf bis zehn Mikrometer groß.

    Sie steigen bis zu einer Höhe von fünf Kilometern in die Atmosphäre auf. Dort können sie, falls es windstill bleibt, bis zu einem halben Jahr schweben. Wenn Wind aufkommt, trägt er den Sand der Sahara um die ganze Welt.

    Heute Nacht kommt der Sahara-Staub - Bayern besonders betroffen

    Meist bekommen wir es überhaupt nicht mit, wenn der Wüstensand zu uns kommt. Doch bei außergewöhnlich hohen Konzentrationen ist der Sahara-Staub nicht zu übersehen: Er liegt wie ein Filter vor der Sonne, die dann manchmal von einem Hof umgeben ist, der etwas heller scheint. Hunderttausende Tonnen Sand kommen dann in der Luft über uns an.

    Höhepunkt der aktuellen Sahara-Staub-Episode ist heute Abend und in der Nacht auf Donnerstag. Dann driften auf die Gesamtfläche Bayerns hochgerechnet rund 90.000 Tonnen Wüstenstaub über uns hinweg.

    Dann zählt Bayern zu den Regionen mit den höchsten atmosphärischen Staubwerten in Europa, mit über 1500 Milligramm Sahara-Staub pro Quadratmeter im Süden unseres Landes. Betroffen sind vor allem Schwaben, Oberbayern und Niederbayern.

    © Quelle: Universität von Athen
    Bildrechte: Quelle: Universität von Athen

    Die Wüstenstaub-Konzentrationen über Europa in der Nacht auf Donnerstag.

    "Blutregen" wäscht die Luft wieder rein

    Auch morgen ist der Luftraum über dem Freistaat Staub-getrübt. Von der zweiten Tageshälfte an waschen Regenfälle den Wüstenstaub aus der Atmosphäre heraus: Es kommt zu sogenanntem "Blutregen".

    Spätestens am Freitag ist das Spektakel wieder vorbei: Dann drängt ein Einbruch polarer Luftmassen von Norden her den letzten Rest an Sahara-Staub aus Bayern heraus.

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